Creditreform Unternehmensinsolvenzen nehmen europaweit zu

Österreich, Deutschland, Frankreich und die Niederlande sorgen gemeinsam dafür, dass die europäische Quote bei den Unternehmensinsolvenzen nicht ganz so dramatisch ausfällt. Doch in Folge der europäischen Schuldenkrise ist die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Nicht nur bei der zu bewältigenden Schuldenlast, sondern auch bezogen auf die Unternehmensinsolvenzen heißen die Problemkandidaten Griechenland, Spanien, Portugal und Italien. Hier mussten 2011 im europäischen Vergleich die meisten Betriebe Insolvenz anmelden. Dass die Zahlen insgesamt jedoch kein dramatisches Ausmaß angenommen haben, liegt nach Angaben des Inkasso-Dienstleisters Creditreform an den guten Werten einiger zentraleuropäischen Staaten wie Österreich, Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Sie konnten mit ihrer guten Entwicklung die Quote anheben.

Arbeitslosigkeit droht

So ist die Zahl im vergangenen Jahr in den EU-15-Ländern plus Norwegen und der Schweiz auf 174.917 Insolvenzen gestiegen, ein leichter Zuwachs von 0,3 Prozent gegenüber 2010. Wie Creditreform meldet, befindet sich die Zahl der Insolvenzfälle seit dem Beginn der Finanzkrise 2008/09 auf einem hohen Niveau. Vor allem mit dem Insolvenzgeschehen zusammenhängenden drohenden Arbeitsplatzverluste machen den Forschern Sorgen. Diese sind im Jahr 2011 um 7,1 Prozent gestiegen.

Rückgänge sahen die Autoren der Studie nur bei den Privatinsolvenzen. In Westdeutschland führen sie diese Entwicklung (-1,5 Prozent) hauptsächlich auf die guten Werte von Großbritannien (- 8,8 Prozent) und Deutschland zurück (- 5,8 Prozent). Ein deutlicher Zuwachs an Privatinsolvenzen musste in Frankreich (plus 26,4 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (plus 26,0 Prozent) und Finnland (plus 19,7 Prozent) gemeldet werden. dhz