Desinfiziert Raumluft im laufenden Betrieb UV-C-Virenschutzwand macht Hoffnung: Das steckt dahinter

Münchner Forscher und ein Start-up haben einen unsichtbaren Raumteiler aus UV-C-Licht entwickelt. Das Interesse an der neuen Technologie ist weltweit riesig. Wie die UV-C-Schutzwand funktioniert und was sie kostet.

UV-C-Virenschutzwand
Die UV-C-Schutzwand tötet Viren ab, ohne Menschen zu gefährden. - © Smart United

Auf den ersten Blick sehen die UV-C-Virenschutzwände wie ganz normale Deckenlampen aus. Doch ihr Innenleben ist besonders. Sie senden UV-C-Licht in einem gebündelten Strahl nach unten und töten Krankheitserreger ab.

Sobald ein Gegenstand oder ein Körperteil in den Strahlungsbereich kommt, schalten Bewegungssensoren das UV-Licht aus. Menschen können sich also frei bewegen, das UV-Licht gefährdet sie nicht.

Zusätzlich saugt das System die im Raum befindliche Luft an, bläst sie langsam in den Leuchtbereich der UV-C-Lichtwand und desinfiziert sie so. Aerosole können sich nicht mehr ausbreiten.

Seit zwei Jahren an UV-C-Schutzwand geforscht

Reiner Prohaska, gelernter Elektroinstallateur, Techniker und Chef einer Softwarefirma in München, hat für diese Idee all sein Erspartes investiert. Er hat mit den Forschenden Andreas Wieser vom Tropeninstitut des LMU Klinikums und Christoph Haisch von der Technischen Universität München in zwei Jahren die unsichtbare Schutzwand aus UV-C-Licht entwickelt. "Wir wollten nicht herumsitzen und meckern, sondern etwas tun, damit man irgendwann wieder normal leben kann", sagt Prohaska.

Seit Veröffentlichung der Erfindung werden die Wissenschaftler und der Unternehmer von Anfragen aus aller Welt überrannt. Denn in ihren Untersuchungen zeigten sie, dass die patentierte Barriere Viren zu über 99 Prozent inaktiviert und dabei alle geltenden Anforderungen des Arbeitsschutzes einhält. "Das Boston Medical Center hat uns persönlich gratuliert", freut sich Prohaska über die Anerkennung.

Kosten für Schutzwand erheblich

Die Kosten für die UV-C-Schutzwände sind allerdings erheblich: Pro Meter werden die Systeme 2.000 Euro kosten, ohne Installation. "Wenn man diese Kosten jedoch auf die geringeren Krankheitstage der Mitarbeiter und auf die Jahre umlegt, kann es sich sehr schnell amortisieren", so Prohaska.

Wie viele der UV-C-Schutzwände nötig sind, hängt von der Raumgröße ab, von der Anzahl der Personen und von der Art, wie diese sich bewegen. Für eine Bäckerei, die den Verkaufs- vom Kundenbereich abtrennen möchte, wären je nach Länge der Theke sieben bis zehn Meter nötig, eine Investition von bis zu 20.000 Euro. In Räumen mit einer Deckenhöhe von mehr als fünf Metern verdoppeln sich die Kosten. Dann werden zwei Geräte übereinander installiert, so dass eines nach unten und eines nach oben strahlt.

Handwerker sollen UV-C-Schutzwände installieren

Anfang April werden die ersten Systeme ausgeliefert. Auf der Warteliste stehen Krankenhäuser und Hotels auf der ganzen Welt. Die Geräte selber wird ein "namhafter deutscher EMS-Dienstleister und Automobilzulieferer" produzieren, so Prohaska. Seine Firma Smart United nimmt die Raumplanung vor und wird die Geräte am Schluss testen und abnehmen. Für die Installation wird Prohaksa ein Netzwerk an zertifizierten Handwerkern aufbauen, die von Smart United geschult werden und dann in ihrer jeweiligen Region die Aufträge übernehmen können. Anfang April soll auf der Fimen-Website eine entsprechende Möglichkeit zur Registrierung von Handwerkern eingerichtet werden.