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Umweltbonus bis Ende 2020 verlängert Elektro- und Hybridautos: So bekommen Sie die Kaufprämie

Die Kaufprämie für Elektroautos sollte eigentlich im Juni 2019 auslaufen, doch es ist noch Geld im Fördertopf. Die Bundesregierung hat sie bis Ende 2020 verlängert. So bekommen Sie den Umweltbonus.

Die Zahlen sind eindeutig: Seit dem Start der Kaufprämie für Elektroautos – dem sogenannten Umweltbonus – Mitte 2016 wurden nur rund 120.000 Anträge gestellt. Von den 600 Millionen Euro an Bundesmitteln, die für Privatpersonen, Unternehmen und Vereine zur Verfügung stehen und der selben Summe, die die Hersteller als Kaufanreiz bieten, wurde noch immer nicht alles abgerufen. Bis zum Ende der eigentichen Förderzeit, am 30. Juni 2019, kann das Fördervolumen nicht ausgeschöpft werden und so hat die Bundesregierung eine neue Förderrichtlinie veröffentlicht. Diese gilt ab 1. Juli 2019 und sichert die Auszahlung des Umweltbonus – entweder bis der Fördertopf leer ist oder bis maximal 31. Dezember 2020.

Den Umweltbonus finanzieren Bundesregierung und die Autoindustrie je zur 50 Prozent. Beim Kauf eines reinen Batterieautos gibt das Förderprogramm einen Zuschuss von 4.000 Euro, für Hybridautos 3.000 Euro. Mit der Verlängerung des Auszahlungszeitraums möchte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den Ausbau der Elektromobilität weiter vorantreiben, auch wenn diese bedeutend schleppender vorankommt, als einst geplant. "Die Kaufprämie hat sich in der Praxis bewährt. Die Zahl der Anträge steigt stetig an – zwar langsamer als wir das erhofft hatten, aber umso wichtiger ist es, Kontinuität bei der Förderung zu gewährleisten", teilt der Minister zur neuen Förderrichtlinie mit. Doch er erwähnt auch, dass die Nachfrage am Angebot hänge. "Die Anzahl der E-Modelle, die im Markt verfügbar sind, wächst, aber hier ist die Industrie gefragt, noch bessere Angebote zu machen", mahnt er.

Die Zahl der Neuzulassungen von E-Autos ist im Jahr 2018 tatsächlich etwas gestiegen, verbleibt aber dennoch immer noch auf niedrigem Niveau. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Hybridantrieb erhöhten sich im vergangenen Jahr nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamts um mehr als die Hälfte auf rund 130.000, bei reinen Elektro-Autos stand ein Plus von fast 44 Prozent auf 36.000 – bei insgesamt 3,44 Millionen Neuwagen.

Bei den Förderanträgen an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden bisher zwei Drittel für reine Batteriefahrzeuge gestellt, der Rest für Hybrid-Fahrzeuge. Der größere Teil der Anträge stammt von Unternehmen.

So viele Kaufprämien wurden bis 31. Mai 2019 beantragt

Bauart Anzahl der Anträge
reine Batterieelektrofahrzeuge 79.200
Plug-In Hybride 40.802
Brennstoffzellenfahrzeuge 69
Gesamt 120.071

Die Kaufprämie für E-Autos im Überblick

Umstiegswillige Autofahrer können seit dem 2. Juli 2016 an die Kaufprämie für Elektroautos – den "Umweltbonus" – beantragen. Die Förderung gilt rückwirkend für E-Autos, die seit dem 18. Mai 2016 gekauft wurden. Anträge beim zuständigen Bundesamt Bafa können Bürger, Firmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine stellen, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Hier geht es zum Online-Portal für den Umweltbonus .

Wie hoch ist die Kaufprämie?  

Für reine Elektrofahrzeuge mit Batterie gibt es 4.000 Euro "Umweltbonus", davon je 2.000 Euro vom Bund und 2.000 Euro vom Hersteller. Bei Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3.000 Euro (1.500 Euro Staat/1.500 Euro Hersteller).

Die Kosten von rund 1,2 Milliarden Euro für die Kaufprämie sollen sich der Bund und die Hersteller jeweils zur Hälfte teilen. Insgesamt stellt der Bund jedoch eine Milliarde Euro für die Förderung der Elektromobilität zur Verfügung. 300 Millionen Euro werden für den Ausbau der Ladeinfrastruktur verwendet. Weitere 100 Millionen investiert der Bund in seine eigene E-Auto-Flotte. 600 Millionen entfallen für die Kaufprämie. Prämien sind allerdings nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro für ein Basismodell möglich. Ausgeschlossen von der Kaufprämie sind also hochpreisige Elektroautos.

Wo kann man einen Antrag auf die Kaufprämie für E-Autos stellen?  

Wie 2009 bei der "Abwrackprämie" beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn bei Frankfurt - allerdings nur online in einem Internet-Portal. Dort werden auch alle Fahrzeugmodelle der verschiedenen Hersteller aufgeführt, für die die Prämie gilt. Infos gibt es auch unter dieser Telefonnummer des Bafa: 06196 908-1009.

Wer kann den Umweltbonus beantragen?  

Anträge dürfen Privatpersonen, Firmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine stellen. Das E-Fahrzeug darf aber erst nach dem 18. Mai 2016 gekauft worden sein. Käufer müssen das neue E-Auto mindestens neun Monate behalten, das gilt auch für Leasing.

Was muss ich beachten, welche Unterlagen sind nötig?

Wer die Prämie bekommen will, muss eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen. Dafür hat man einen Monat Zeit nach Eingang des Antrags beim Bafa. Achtung: Um die 2.000 Euro Bonus vom Staat für einen reinen "Stromer" oder 1.500 Euro für einen Hybrid-Wagen zu bekommen, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.

Welche Hersteller machen bei den Kaufprämien mit?  

Die deutschen Autobauer wie Volkswagen, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller ziehen mit. So beteiligen sich nach Angaben ihres Branchenverbandes VDIK Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo. Einzelne Anbieter wollen sogar auf die Prämien noch einen Zuschlag drauflegen, um E-Auto-Kunden anzulocken.

Diese Elektroautos werden am häufigsten mit Umweltbonus gekauft: Die Top 10 der Anträge je Hersteller

Hersteller Anzahl der Anträge
BMW 19.494
Renault 15.920
Volkswagen 14.580
smart 13.653
Mitshubishi 7.888
Streetscooter 7.305
Hyundai 7.104
Audi 6.346
Tesla 6.157
Kia 5.585

Quelle: Zwischenbilanz des BMWi zum Umweltbonus(Antragstand vom 31. Mai 2019)

Wie lange gilt der Umweltbonus?  

Für die Prämien gilt das Windhundprinzip. Beantragt werden kann das Geld bis der Topf leer ist – bis längstens bis Ende 2020.

Was sagen Verbraucher und Handwerk zur Kaufprämie für E-Fahrzeuge?

Steigert die Kaufprämie wirklich den Absatz von Elektroautos in Deutschland? Nein, dieser Schluss lässt sich aus den Verbraucherbefragungen ziehen. Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage aus dem vergangenen Jahr "ist die Kaufprämie für Elektroautos für die Verbraucher kein Thema." Nur für jeden siebten Bundesbürger kommt beim nächsten Pkw-Kauf ein E-Auto in Frage. Die Gründe für das geringe Kaufinteresse sind vielfältig.

Der hohe Anschaffungspreis, die geringe Reichweite und fehlende Ladestationen bleiben dabei die maßgeblichen Argumente, derzeit kein Elektroauto zu kaufen. Daran ändert auch die Kaufprämie nichts. Die geringe Reichweite der Fahrzeuge schrecken 56 Prozent der Befragten ab, gut die Hälfte moniert fehlende Ladestationen und lange Ladezeiten. Eine Ladestation zu Hause wünschen sich demnach drei Viertel der Befragten, ein Aufladen an der Arbeitsstelle könnten sich 37 Prozent vorstellen. Dafür würden auch längere Ladezeiten akzeptiert. Für 46 Prozent der Befragten ist es wichtig, das E-Auto auch schnell an der Tankstelle laden zu können.

Die Kaufprämie stößt auch im Handwerk nicht auf eine klare Zustimmung. "Eine Kaufprämie für Elektroautos ist nicht der richtige Weg, um Elektrofahrzeugen eine breitenwirksame Marktperspektive zu geben. Das kann nur gelingen, wenn die Angebote den tatsächlichen Mobilitätsanforderungen entsprechen und wirtschaftlich tragfähig sind", sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Da weiterhin ein großer Entwicklungs- und Handlungsbedarf bei den E-Autos bestehe, könnten diese beiden Engpassfaktoren nicht durch eine Kaufprämie für Elektrofahrzeuge überbrückt werden, so Schwannecke weiter. dhz/ dpa

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