InfoStream -

Steuersparidee Umsatzsteuer als Betriebsausgabe: So können Sie Steuern sparen

Ermitteln Sie den Gewinn Ihres Handwerksbetriebs nach der Einnahmen-Überschussrechnung, gelten beim Betriebsausgabenabzug ganz bestimmte Steuerspielregeln. Abziehbar als Betriebsausgabe 2019 sind grundsätzlich nur die Ausgaben, die im Jahr 2019 tatsächlich abgeflossen sind. Doch kein Grundsatz ohne Ausnahme. Das gilt nach einem Urteil speziell für die Umsatzsteuerzahlung aus der letzten Voranmeldung Dezember 2019.

Bei der Zahlung der Umsatzsteuer aus der Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2019 gilt die seit Jahren anerkannte Ausnahme, dass diese Zahlungen noch den Betriebsausgaben 2019 zugeordnet werden darf, obwohl die Zahlung erst im Januar 2020 erfolgte. Mit dem Betriebsausgabenabzug 2019 klappt es immer dann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Überweisung: Die Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2019 muss bis spätestens 10. Januar 2020 elektronisch ans Finanzamt übermitteln worden sein. Auch die Überweisung muss bis zu diesem Tag erfolgt sein.
  • Abbuchung: Buchte das Finanzamt die Zahlung aus der Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2019 ab, erfolgte das in der Regel erst 14. oder 15. Januar 2020. Für den Betriebsausgabenabzug 2019 kein Problem, wenn Ihr Konto zum 10. Januar 2020 eine ausreichende Deckung aufwies.

Greift die Ausnahmeregelung auch bei einer Dauerfristverlängerung?

Profitierten Sie 2019 von einer Dauerfristverlängerung und mussten die Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2019 deshalb erst am 10 Februar 2020 ans Finanzamt übermitteln, weigert sich das Finanzamt, diese Umsatzsteuerzahlung noch als Betriebsausgabe 2019 anzuerkennen.

Praxis-Tipp: Doch Sie haben gute Chancen, auch bei einer Dauerfristverlängerung von der Ausnahmeregelung zu profitieren und so Ihren Betriebsausgabenabzug 2019 um die Umsatzsteuer aus der Dezembervoranmeldung zu erhöhen. Denn die Richter des Finanzgerichts Düsseldorf stellten unlängst klar, dass die Ausnahmeregelung sehr wohl auch bei einer gewährten Dauerfristverlängerung greift (FG Düsseldorf, Urteil v. 9.12.2019, Az. 3 K 2040/18 E).

Verhaltensknigge für betroffene Unternehmer

Profitierten Sie als Einnahmen-Überschussrechner also 2019 von einer Dauerfristverlängerung uns reichten Ihre Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2019 pünktlich – spätestens bis 10. Februar 2020 – beim Finanzamt ein, sollten Sie in der Einnahmen-Überschussrechnung 2019 die Umsatzsteuerzahlung als Betriebsausgabe erfassen.

Sollte das Finanzamt den Abzug verweigern, liegt das daran, dass nun der Bundesfinanzhof das unternehmerfreundliche Urteil in einem Revisionsverfahren neu aufrollen muss. Um Ihre Chancen auf den Betriebsausgabenabzug 2019 zu wahren, müssen Sie gegen den nachteiligen Einkommensteuerbescheid Einspruch einlegen und mit Hinweis auf den Musterprozess (BFH, Az. VIII R 1/20) ein Ruhen Ihres Einspruchsverfahrens beantragen.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten