Die Bauwirtschaft boomt weiter. Vor allem der Wunsch nach neuen Wohnungen treibt die Umsätze nach oben. Trotz der guten Auftragslage im vergangenen Jahr, legen sie nominal um vier Prozent zu. Allerdings kann die Baubranche nicht so arbeiten wie sie will: Es fehlen qualifizierte Arbeitskräfte.
745.000 Mitarbeiter gesucht! Eigentlich würden noch mehr Stellen in der Bauwirtschaft geschaffen. Doch da sich die Suche nach passenden Mitarbeitern zunehmend schwierig gestaltet, geht der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie davon aus, dass nur eine dreiviertel Million neuer Stellen besetzt wird.
Der Bauwirtschaft geht es derzeit trotzdem glänzend: Nach einem guten Auftragsplus im vergangenen Jahr, erwartet der Bauverband in diesem Jahr ein reales Produktionsplus von zwei Prozent. Im ersten Quartal 2012 kletterten die Umsätze bereits um sieben Prozent in die Höhe.

Die Wohnungsbau ist Treiber der Nachfrage, denn die Rahmenbedingungen sind ideal: Die Hypothekenzinsen sind auf einem historischen Tief. Kapitalanleger fliehen wegen der Krise in Immobilienanlagen. Die Arbeitslosenzahlen sinken, die Beschäftigung steigt und damit auch das verfügbare Einkommen der Bürger. "Die wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen lesen sich derzeit wie eine 'Blaupause' für ein mittelfristig stabiles Wachstumsszenario", kommentiert Thomas Bauer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie .
Baumboom ist keine Blase
Aber die Gefahr einer "Preis- und Immobilienblase nach spanischem Vorbild" sieht er nicht. Der Immobilienmarkt sei robust, die Preise stiegen nur leicht und die Zahl der fertig gestellten Wohnungen liegt unterhalb der Bedarfsschätzungen einiger Forschungsinstitute, meint Bauer.
Der Wirtschaftsbau entwickelt sich stabil, ist aber kein Wachstumstreiber. Zwar sind die Öffentlichen Investitionen durch steigende Steuermehreinnahmen, dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramm des Bundes und vermehrter Investitionen der Kommunen in ihre Verkehrswege relativ günstig, aber die Umsätze für das Baugewerbe werden in diesem Segment wohl um ein Prozent sinken. Die Aufträge aus der Privatwirtschaft laufen dagegen besser. Das Interesse von Investoren in Büros, Handels- und Lagergebäude ist rege. Auch der Auftragseingang für Fabrik- und Werkstattgebäude entwickele sich positiv. Daher schätzt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, dass der Wirtschaftsbau dieses Jahr um nominal fünf Prozent steigt. dhz
