Phishing, Bettler, Trickbetrüger Ukraine-Krieg ruft Betrüger auf den Plan

Per Telefon, E-Mail oder an der Haustür: Mit neuen Maschen versuchen Kriminelle die humanitäre Krise rund um den Ukraine-Krieg sowie die allgemeine Hilfsbereitschaft auszunutzen.

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sind viele gewillt zu helfen – auch in Form von Spenden. Kriminelle versuchen das auszunutzen. - © Christian Horz - stock.adobe.com

Erste Phishing-Mails mit Bezug zum Ukraine-Krieg sind nun auch auf Deutsch im Umlauf, berichtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Behörde rechnet damit, dass das Aufkommen in den nächsten Wochen weiter zunehmen wird. In ihren Nachrichten würden Kriminelle beispielsweise dazu aufrufen, vermeintlichen Ukrainern Geld für die Flucht zu überweisen oder an nicht existierende Hilfsorganisationen zu spenden.

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Andere versuchen ihr Glück mit "klassischem Phishing". Unter einem Vorwand versuchen die Betrüger den Empfänger zum Klicken auf einen Link zu verleiten. Wer dem Aufruf folgt, dem droht die unbemerkte Installation von Schadsoftware. In anderen Fällen werden die Opfer auf gefälschte Webseiten weitergeleitet. So oder so geht es den Angreifern darum, persönliche und sensible Daten abzufischen. Kleine und mittelständische Betriebe sind dabei ein beliebtes Ziel, weil deren Sicherheitsmaßnahmen oftmals unzureichend sind.

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"Ihr Konto wird deaktiviert – Russland Sanktionen"

Das Landeskriminalamt Niedersachen warnt in diesem Zusammenhang ebenfalls vor einer neuen Masche. Es seien vermehrt E-Mails mit einem Betreff wie "Ihr Konto wird deaktiviert – Russland Sanktionen" im Umlauf. Ein Blick auf die Absenderadresse kann die E-Mails oftmals als Fälschung enttarnen. Auch das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe warnt vor entsprechenden E-Mails. In den Nachrichten steht, dass wegen der Sanktionen gegen Russland angeblich Überweisungen an russische Banken verboten seien. Deshalb müsse die Sparkasse alle Daten überprüfen und verdächtige Aktivitäten sofort unterbinden. Auf einer verlinkten Seite werden dann Online-Banking-Zugangs-, Girocard-, Kreditkarten- und weitere persönliche Daten erfragt. Außerdem wird ein Telefonanruf eines vermeintlichen Sparkassen-Mitarbeiters angekündigt.

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Aggressive Bettler an Haustüren

Wie RP Online berichtet, schlagen einige Kriminelle auch persönlich bei ihren Opfern auf. Bei der Polizei im Kreis Kleve seien demnach mehrere Meldungen über Bettler eingegangen, die an Haustüren klingelten und sich als Flüchtlinge aus der Ukraine ausgaben. Laut Polizei sollen diese dabei extrem aufdringlich vorgegangen sein. Nicht jeder Person, die um Spenden bittet, seien jedoch bösartige Absichten zu unterstellen, so die Polizei. Anders verhalte es sich jedoch, wenn die Bettler aggressiv vorgehen.

Der Caritasverband Düsseldorf warnt vor Betrugsversuchen an Haustüren, bei denen sich Personen als Caritas-Mitarbeitende ausgeben und für Ukraine-Opfer Spenden sammeln. Der Caritasverband Düsseldorf stehe hierzu in keinem Zusammenhang und rät dringend davon ab, Geldspenden zu leisten. Spender sollten sich grundsätzlich einen Spendenausweis zeigen lassen.

Auch Telefon-Betrüger haben ihre Vorgehensweise an die neue Situation angepasst und geben sich ersten Berichten zufolge als Angehörige aus der Ukraine aus. Die Opfern werden dann um finanzielle Unterstützung gebeten. Vor allem ältere Personen sollen so um ihr Erspartes gebracht werden.

Handwerkskammer warnt vor betrügerischen Anrufen

Von einer ganz anderen Masche berichtet die Handwerkskammer Dresden. Betrüger würden sich derzeit vermehrt als Mitarbeitende von Handwerksbetrieben oder Handwerkskammern ausgeben. Am Telefon erkundigten sie sich zunächst über mögliche Bedarfe an Bau- und Ausbauleistungen, um im nächsten Schritt sensible Daten wie Name, Adresse oder häusliche Erreichbarkeit abzufragen. Die Trickbetrüger würden dabei mit unterdrückter Rufnummer agieren. Auf Nachfrage verweigerten die anonymen Anrufer jedoch den eigenen Namen und die Telefonnummer.

Dies sei für Betroffene ein sicheres Indiz dafür, dass die Anrufer keine seriösen Absichten verfolgen, warnt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Kammer. "Jeder Handwerksbetrieb sowie alle Mitarbeiter der Handwerkskammer Dresden agieren am Telefon transparent und weisen sich auf Nachfrage auch entsprechend aus. Darum ist bei anonymen Anrufern, die persönliche Daten anfragen, besondere Vorsicht geboten", so der Hauptgeschäftsführer. fre