Im Handwerk wird noch wenig "gezwitschert“. Dabei bietet sich Twitter an, um bekannter zu werden. Von Heidi Roider
Twitter: Gespräche im 140-Zeichen-Takt
Noch haben wenige Handwerksbetriebe Twitter für sich entdeckt. Viele haben Angst, sich damit das Image zu runieren. Der Kurznachrichtendienst, dessen Name von dem englischen Begriff für "zwitschern“ kommt, bietet jedoch gute Möglichkeiten, seinen Betrieb ins Gespräch zu bringen. Malermeister Werner Deck aus Eggenstein in Baden-Württemberg nutzt das bereits erfolgreich. Seit einem Jahr ist er bei Twitter. "Ich habe meinen Bekanntheitsgrad darüber dramatisch gesteigert“, sagt Deck. Werbung findet sich unter seinen Tweets jedoch nicht. Stattdessen erzählt er von seinem Alltag und was ihm als Unternehmer passiert – Kurioses, Neues, Witziges. Sein Malerbetrieb bleibt so im Gespräch und damit im Gedächtnis der Leute.
Auch einige Handwerkskammern haben den Kurznachrichtendienst für sich entdeckt, wie die Handwerkskammer Region Stuttgart. Sie twittert seit Juni 2009, hat mittlerweile knapp 1.000 Follower – darunter finden sich aber noch kaum Handwerker. Onlineredakteur Peter Lentwojt hofft jedoch, dass sich das noch ändern wird. Er hat die Erfahrung gemacht, dass die Skepsis bei vielen Handwerkern noch überwiegt. "Viele sind sehr zurückhaltend. Sie haben zum Beispiel Angst, dass da jemand etwas Schlechtes über sie schreiben könnte.“ Für die Handwerkskammer lohnt sich Twitter trotzdem, sagt Lentwojt, da sie über diesen Kanal mittlerweile vor allem Schüler und Studenten erreichen. Ähnlich sieht das André Kühne von der Handwerkskammer für Ostthüringen: "Mit Twitter können wir nicht nur Nachrichten verbreiten, sondern auch erhalten.“ Es sei auch nicht sehr zeitintensiv, sagt Kühne. Eine halbe Stunde wende er dafür täglich auf und auch der Einstieg sei nicht so schwer gewesen, da ein Dienstleister beim Einrichten geholfen habe.
Mehrere Namen sichern
Die Anmeldung bei Twitter ist kostenlos und recht unproblematisch. Zuerst muss ein Nutzername festgelegt werden, der aber später jederzeit geändert werden kann. Es lohnt sich, verschiedene Schreibweisen des Namens – etwa mit oder ohne Bindestrich – zu sichern, um Verwirrung bei den Lesern zu vermeiden. Um die Optik zu verbessern, kann als Hintergrund der Seite ein Foto hochgeladen werden. Noch eine Kurzbiografie des Betriebs dazu – und fertig ist der Twitteraccount.
Mehr Zeit braucht es, sich in Twitter einzuleben. Nicht alles ist auf Anhieb zu verstehen, das zeigen die vielen ungenutzten Accounts. Experten raten, noch bevor ein eigener Account angelegt wird, für sein Unternehmen wichtige Suchbegriffe einzugeben und einmal zu schauen, was dazu so alles berichtet wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, wie Unterhaltungen geführt werden. Über was sprechen die twitternden Betriebe – Produkte, Services oder über sich? Wird über die Konkurrenz gezwitschert?
Mit welchen Inhalten Handwerksbetriebe am besten ankommen, muss jeder selbst herausfinden – einfach ausprobieren ist bei Twitter die Devise. Es sollte jedoch vermieden werden, nur über sich selbst zu twittern. Die Aufmerksamkeit steigt, wenn Sie auch auf andere Websites hinweisen. Kaufaufforderungen stoßen Follower dagegen ab. Handwerksbetriebe sollten ihr Know-how in den Vordergrund stellen – etwa versuchen, mit Fachwissen weiterzuhelfen. Die Kompetenz des Unternehmens wird damit öffentlich sichtbar.
