Die Unternehmen kürzen die Investitionen oder frieren sie zumindest ein. Auch wenn es um neues Personal geht, legen sie mehr Vorsicht an den Tag. Weil das Handwerk für viele Wirtschaftsbereiche Vorprodukte erstellt und Dienstleistungen erbringt, sind die entsprechenden Branchen in den Sog der Konjunkturabschwächung geraten.
Marco Wenz und Lothar Semper

Auch das Handwerk musste im vergangenen Jahr Abstriche beim Umsatz machen. Der politische Fehlschlag bei der steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung war dazu angetan, die Branche aus der Fassung zu bringen.
Dennoch berichteten bei einer Befragung unter mehr als 4.000 Handwerksbetrieben Ende Dezember 86 Prozent, die Geschäfte seien im vierten Quartal 2012 gut oder befriedigend verlaufen. Vor einem Jahr hatten 88 Prozent eine günstige Bewertung abgegeben. Zulauf erhielt das immer noch kleine Lager der Pessimisten an vorderster Stelle durch die Zulieferer und den Kfz- Handel.
Gutes Geschäftsklima trotz Einbußen
Dagegen waren die konsumnahen Gewerbe und der Ausbau nahezu unverändert zufrieden mit ihrer Gesamtsituation. Der Blick auf einen anderen wichtigen Gradmesser der konjunkturellen Handwerkswirtschaft: Trotz Einbußen freundliches Geschäftsklima Abwärtsdruck nimmt zu Befindlichkeit, den Auftragseingang, zeigt, dass das Handwerk die Krise nicht ausblenden kann. Aus den "Gestiegen"- und "Gesunken"-Meldungen (18 zu 30 Prozent) resultierte ein Saldo von minus 12.
Im vergangenen Jahr notierte er bei minus 6. Im Durchschnitt dauert es 1,4 Monate, bis die deutschen Handwerker mit der Ausführung eines Auftrags beginnen. Damit reduzierte sich die Reichweite, gemessen am Vorjahresquartal, um 0,2 Monate. Besonders auffällig war der "Schwund" im Handwerk für gewerblichen Bedarf (minus 0,4).
Schwächere Auslastung
Die Auslastung schwächte sich aus saisonalen Gründen seit dem Sommer geringfügig ab. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der für die Konjunktureinschätzung aussagekräftiger ist, ging der durchschnittliche Nutzungsgrad um einen auf 79 Prozentpunkte zurück. Unter allen Branchen stachen das Lebensmittelgewerbe und die privaten Dienstleister hervor, die als einzige besser ausgelastet waren als 2011.
Bei den Umsätzen lag der Saldo aus positiven und negativen Meldungen bei 3 und damit im Gegensatz zum Vorjahr (plus 4) nicht mehr im grünen Bereich. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Vielzahl und Lage der Feiertage, die zu einer ausgedehnten Produktionspause einluden, dürften die Umsätze den Vorjahreswert merklich verfehlt haben. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres stand für das deutsche Handwerk ein Umsatzminus von knapp zwei Prozent zu Buche.
Die Meldungen zur Beschäftigung deuten auf wenig Bewegung während der Herbstmonate hin. Zehn Prozent der Betriebe stockten auf, 13 Prozent verkleinerten die Arbeitnehmerschaft. Gemessen am vierten Quartal 2011 dürfte die Zahl der tätigen Personen annähernd stabil gewesen sein.
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