GfK: Verbraucher 2013 weiter in Kauflaune Trend zu Qualitätsprodukten hält an

Die Deutschen bleiben 2013 nach Einschätzung des Nürnberger Marktforschers GfK in Kauflaune. Die Menschen kaufen anstatt ihr Geld anzulegen. Die niedrigen Zinsen machen Kredite billiger und Sparanlagen unattraktiver. Auch das Handwerk profitiert davon. Denn der Trend zu werthaltigen Anschaffungen ist ungebrochen.

Die Kauflaune der Deutschen ist dank der guten Arbeitsmarktlage ungebrochen gut. - © arsdigital/Fotolia

Die Ausgaben der privaten Haushalte sollten 2013 um real ein Prozent auf knapp 1,6 Billionen Euro wachsen, so dass der Privatkonsum eine zuverlässige und stabile Säule der Binnenkonjunktur bleibe, prognostizierte der GfK-Vorstandsvorsitzende Matthias Hartmann am Dienstag in Nürnberg. "Die Rahmenbedingungen für eine Stabilisierung des Privatkonsums sind gut", sagte er.

Für 2012 hatte die GfK ebenfalls ein Plus um ein Prozent vorausgesagt, laut vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts waren es 0,8 Prozent. 2011 war der Privatkonsum um 1,5 Prozent gewachsen. Er macht damit stabil 58 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Niedrige Zinsen verbilligen Kredite

Die Verunsicherung der Verbraucher, die sich zum Jahresende 2012 gezeigt habe, scheine überwunden, erklärte GfK-Forscher Rolf Bürkl. Die Konsumenten seien in positiver Stimmung ins neue Jahr gestartet, die Rezessionsangst sei gebannt, die Inflationsängste gingen zurück.

Zur Zuversicht der Verbraucher trägt laut Bürkl im Wesentlichen der robuste Arbeitsmarkt bei. Er sorgt für Planungssicherheit und lässt die Menschen für das laufende Jahr an höhere Einkommen glauben. Zudem profitiert die Kaufbereitschaft von den historisch niedrigen Zinsen, die Kredite auch für Konsumgüter billig machten und gleichzeitig das Anlegen von Geld unattraktiv.

Die nach wie vor sehr niedrige Sparneigung wird darüber hinaus vom anhaltenden Misstrauen in die Finanzmärkte und die Zukunft des Euro verstärkt.

Angstkonsumenten statt Angstsparer

Entsprechend sei der Trend zu werthaltigen Anschaffungen ungebrochen, sagte Bürkl. Aus den früher als "Angstsparern" bezeichneten Deutschen seien zum Teil "Angstkonsumenten" geworden.

Hiervon konnte 2012 nach Angaben des GfK-Handelsexperten Wolfgang Adlwarth vor allem der Immobilienbereich profitieren. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungsbauten stieg von 2011 auf 2012 um 17 Prozent und die Ausgaben für Renovierungen um sieben Prozent. Gleichzeitig gaben die Deutschen für Urlaubs- und Privatreisen um vier Prozent mehr aus.

Im sogenannten Nonfood-Handel, der Elektroartikel, Textilien, Möbel und Heimwerkerbedarf umfasst, wurde 2012 ein Umsatzplus um ein Prozent auf rund 150 Milliarden Euro erzielt.

Gewinner war hier der Online-Handel mit einer Wachstumsrate von 14 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro - auf Kosten des stationären Geschäfts. Für den gesamten Nonfood-Bereich erwartet die GfK für das laufende Jahr ein Wachstum um nur noch 0,7 Prozent. dapd