Bestatter ist kein geschützter Beruf. Ein Qualitätssiegel des Bestatterverbands hilft dabei, seriöse Anbieter zu erkennen. Worauf bei der Wahl des Bestattungsinstituts außerdem zu achten ist – und wann die Alarmglocken läuten sollten.

Wenn ein naher Mensch stirbt, ist das für Angehörige und Freunde ein Schock. Statistisch kommt es alle 17 Jahre zu dieser belastenden Situation. Umso wichtiger, dass Hinterbliebene dann kompetente Unterstützung erfahren.
Aber wo findet man diese? Das fängt schon mit dem beauftragten Bestatter an, denn hier gibt es große Unterschiede. Es gibt Meisterbetriebe, Fachbetriebe, aber auch Quereinsteiger mit und ohne Qualifikation und reine Online-Vermittler auf Provisionsbasis. Was kaum jemand weiß: Als Bestatter tätig zu sein, setzt nicht zwingend eine Ausbildung voraus, ein Gewerbeschein reicht.
Elke Herrnberger, Pressesprecherin für den Bundesverband Deutscher Bestatter rät, hier genau hinzusehen: "Welche Qualifikationen hat das Bestattungshaus, ist dies ein Fachbetrieb, werde ich umfänglich und seriös beraten und werden die Bestattungskosten transparent dargestellt?"
Zur Unterstützung in einer solchen emotional schwierigen Zeit hat der Bestatterverband einen Ratgeber mit fünf Kriterien für die Suche nach qualifizierten und seriösen Bestattern zusammengestellt:
1. Setzen Sie auf persönliche Empfehlungen
Erinnern Sie sich an die letzten Sterbefälle im Bekanntenkreis. Haben Sie die Möglichkeit, auf persönliche Erfahrungen zurückzugreifen? Menschen, die in der gleichen Situation waren, können am besten einschätzen, wer in dieser Lage ein geeigneter Partner ist.
Darum sollte es bei Bestattungen immer gehen: um den Menschen, der gestorben ist und die Menschen, die mit diesem Verlust umgehen müssen. Persönliche Erfahrungen und Empfehlungen sind dabei eine gute Hilfestellung.
Suchmaschinen sind nicht der richtige Ratgeber
Wenn der Hinterbliebene im Internet nach den klassischen Suchbegriffen "Bestatter", "Begräbnis" oder "Todesfall" sucht, erhält er eine undurchschaubare Auswahl an Websites und Anbietern. Diese bieten in allen Preiskategorien und Ausprägungen Bestattungsdienstleistungen an.
2. Vertrauen Sie einem Experten
In Deutschland kann praktisch jeder ein Gewerbe als Bestatter anmelden. Deshalb hat der Branchenverband darauf hingewirkt, Qualitätsstandards im Bestattungshandwerk zu verankern. Seit 2003 gibt es den Ausbildungsberuf der "Bestattungsfachkraft" und seit 2010 die Fortbildung zum "Bestattermeister". Der Erwerb dieser Abschlüsse ist aber nach wie vor nicht erforderlich, um ein Gewerbe anzumelden.

Das Qualitätssiegel
Deshalb stellt ein ganz wesentliches Merkmal der Qualitätssicherung im Bestatterhandwerk das "Markenzeichen der Bestatter" dar. Betriebe, die sich so betiteln dürfen, haben ihre fachliche und persönliche Qualifikation nachgewiesen und sind somit verlässlich qualifiziert, einen Trauerfall zu betreuen. Markenzeichenbestatter sind vom Handwerk geprüft und werden regelmäßig überwacht. Damit können Betriebe also ihre Qualifikation nachweisen. In Deutschland gibt es etwa 900 Markenzeichen-Betriebe.
3. Direkter Kontakt zum Anbieter
Viele Online-Anbieter von Bestattungsleistungen vermitteln die Aufträge lediglich an einen lokalen Bestatter. Dieser zahlt an den Vermittler eine Provision und ist für den Kunden zunächst nicht erkennbar. Ganz anders als ein direkter und persönlicher Ansprechpartner in einem Bestattungshaus vor Ort: Hier können Sie alle Fragen stellen, die Sie bewegen, erfahren Beratung, Beistand und Trauerbegleitung, Kosten und Leistungsumfang einer Bestattung werden genau erklärt.
Den Bestatter direkt kontaktieren
Auf der Internetseite des Bestatterverbands sind mehr als 85 Prozent der in Deutschland tätigen Bestattungsbetriebe gelistet. Dort grenzt eine Suche nach Wohnort oder Postleitzahl die in Frage kommenden Bestatter ein.
4. Transparente Preisgestaltung: Nehmen Sie es genau
Bestattungshäuser, die sich nicht in der Lage sehen, einen transparenten Kostenvoranschlag auszustellen, sollten eher zurückhaltend betrachtet werden. Ein seriöser Bestatter geht mit Ihnen alle Punkte durch und geht auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse ein. Sie erhalten zum Abschluss der Beratung ein transparentes Angebot mit allen Leistungen und Kosten.
Zu den Kosten für die klassischen Bestatter-Dienstleistungen können noch Friedhofsgebühren, Kosten für die Einäscherung, für zusätzliche Überführungen, für ein Grabmal oder für die Grabpflege anfallen. Diese "Nebenkosten" können bis zu 60 Prozent der gesamten Bestattungskosten ausmachen.
Günstige Angebote sollten skeptisch betrachtet werden
Achten Sie auf eine transparente Preisgestaltung und lassen Sie sich nicht mit unseriösen Angeboten locken. Die meisten Menschen haben keine konkrete Preiserfahrung mit Bestattungen und können dadurch anfällig für unrealistische Versprechungen sein, wie eine Bestattung für wenige hundert Euro.
5.Nehmen Sie sich Zeit
Wenn Sie sich für ein Bestattungshaus entschieden haben, vereinbaren Sie ein Gespräch. In einem Telefonat oder einem persönlichen Gespräch kann der Bestatter Ihr Anliegen mit Ihnen und Ihrer Familie besprechen.
Vertrauen Sie auf Ihr persönliches Bauchgefühl.
Ein seriöser Bestatter baut keinen Druck auf, um Sie schnell zu einer Entscheidung zu drängen. "Eine Nacht darüber zu schlafen" oder Rücksprache mit anderen Familienangehörigen zu nehmen, ist in der Regel möglich, wenn auch häufig im Hinblick auf gesetzliche Bestattungsfristen in einem festgelegten Zeitrahmen entschieden werden muss. rk