Kolumne Tipps für Ausbilder: Geduld bringt Vorteile

Eine klare Aufgabenverteilung, Lernziele in Schritten und viele ausführliche Erklärungen zu den anstehenden Arbeiten – wer die Aspekte als Ausbilder im Umgang mit den Azubis berücksichtigt, profitiert. Er braucht aber auch Geduld. Ausbildungsberater Peter Braune erklärt, warum diese so wichtig ist.

Ausbilder gibt Azubi die Hand
Ausbilder brauchen Geduld. Doch oft zahlt es sich aus, wenn sie mit mehr Ruhe und einer guten Struktur den Umgang mit den Azubis planen. - © BencheaAna - stock.adobe.com

In einem mittelständischen Handwerksbetrieb wird eine Fachkraft für Holz- und Bautenschutz ausgebildet. Leider handelt der junge Mann öfter nach dem Motto, ich nehme mir fest vor, am Berufsschultag nichts vorzunehmen. Hinzu kommt seine Lernschwäche und es fehlt auch an solchen Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Dieser Lehrling hatte jedoch nicht mit dem Geduldsfaden vom Meister gerechnet und dieser Faden hat eine bewundernswerte Länge. Doch davon profitieren beide.

Im Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung lernte der Ausbilder von einem erfahrenen Meister, wie sich die Führung von Lehrlingen von der üblichen Mitarbeiterführung unterscheidet. Diese sind zwar ein Teil der Arbeitsgruppe, es bedarf jedoch bei den jungen Leuten, die über die Lehrzeit den Einstieg in das Arbeitsleben schaffen wollen und je nach Lehrjahr noch wenig Erfahrung haben, viel Feingefühl und noch mehr Geduld. Selbst Elternteil und mit drei Kindern weiß er, dass hier der menschliche Umgang, ein gutes Einfühlungsvermögen und eine große Portion Verständnis für die jüngere Generation gefragt sind.

Ausbilder mit Geduld: Effektiver als Druck und Überforderung

Geduld ist nicht so einfach. So gut es geht versucht er die Stolpersteine aus dem Weg räumen. Nach seinen Erfahrungen helfen genaue Ansagen, am besten mit einer festgelegten Frist, aber ohne die Lehrlinge zu überfordern. Die Lernziele aus dem betrieblichen Ausbildungsplan zerlegt er in kleine Schritte. So können Teilerfolge gefeiert werden, das motiviert die jungen Leute. Ein wichtiges Element in seinem Geduldsfaden ist, die Betroffenen nicht mit Vorsätzen überreden zu wollen, das klappt nicht.

Sein größter Ansporn ist, den Lehrlingen immer zu erklären, warum und wofür sie einen neuen Auftrag oder eine Tätigkeit ausführen sollen, wie sie einen Schritt nach dem anderen setzen und sich bei der Ausbildung auch in der Berufsschule auf die anstehenden Themen konzentrieren. Natürlich dient die Lehrzeit dazu Fehler zu machen und daraus zu lernen. Trotzdem fördert er die Bereitschaft auch einmal Verantwortung zu übernehmen.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.