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Krankmeldung Telefonische Krankschreibung wird weiter verlängert

In der Corona-Krise dürfen Ärzte ihre Patienten auch am Telefon krankschreiben. Diese Ausnahmeregelung galt zunächst bis 4. Mai und wurde nun verlängert. Bis wann die Ausnahmeregelung gilt und warum der Verband der Gebäudereiniger die Entscheidung kritisiert.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Arbeitnehmer können sich vorerst bis 18. Mai auch ohne Praxisbesuch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung wegen der Corona-Krise, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich ist, wurde erneut verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Sie wäre sonst am 4. Mai ausgelaufen. Befristet gilt nun weiter, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. Dies kann ebenfalls per Telefon um weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung soll die Ansteckungsgefahr in Arztpraxen verringern.

Doch nicht alle Arbeitgeber halten die Verlängerung dieser Ausnahme für eine gute Idee. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zeigte sich kritisch. Die Krankheitsquote der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk habe sich seit Ausbruch der Corona-Krise verdoppelt, zum Teil liegt der Krankenstand im hohen zweistelligen Bereich.

Mehr Krankmeldungen belasten Arbeitgeber im Gebäudereiniger-Handwerk

Die Gründe dafür sind verschieden, so Johannes Bungart, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV): "Beschäftigte nehmen zum Beispiel kleinere Krankheitssymptome deutlich ernster als in der Vergangenheit, oftmals ist die Kinderbetreuung nicht anders zu gewährleisten, zudem spielt die telefonische Krankschreibung, die seit Beginn der Corona-Krise gilt, eine entscheidende Rolle."

In dieser historischen Ausnahmesituation sei vieles nachvollziehbar, doch die massiv steigenden Krankheitskosten seien für die Betriebe zusätzlich zu den weiteren Herausforderungen in dieser Krise schwer tragbar.

Auf dem vorsichtigen Weg zurück in eine gewisse gesellschaftliche und wirtschaftliche Normalität ab dem 4. Mai hätte aus Sicht des Verbandes daher auch gehört, die telefonische Krankschreibung nicht bis weit in den Mai hinein zu verlängern. "Diese Ausnahmeregel darf nicht zu einem Dauerzustand werden", so Bungart. jes

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