Steueridentifikationsnummer Tausende falsche Steuer-IDs: Was jetzt?

Die Steueridentifikationsnummer wurde zum 1. Juli 2007 eingeführt und gilt ein Leben lang. Jeder Bürger soll durch die elf Ziffern eindeutig identifiziert werden können. Doch Fehlanzeige für mehr als 160.000 Deutsche – sie haben vom Fiskus eine falsche Nummer erhalten. Was jetzt zu tun ist.

Bei über 160.000 Steuer-IDs unterlief der Behörde ein Irrtum. - © Foto: saschi79/Fotolia

Dauerhaft und unverwechselbar sollte die Steueridentifikationsnummer sein. Weder ein Umzug noch der Wechsel des Finanzamts soll sie ändern können. Und doch müssen sich viele Deutsche darum kümmern, dass sie eine neue Nummer bekommen. Denn die Daten waren falsch. Wie "Süddeutsche Zeitung Online" berichtet, unterlief den Behörden bei insgesamt 164.451 Steuernummern ein Irrtum. Sie erhielten entweder zwei Nummern oder zwei Steuerzahler bekamen dieselbe Nummer.

'Unverwechselbar' und 'lebenslang gültig' sieht anders aus. Aufgeflogen ist die Panne durch eine Anfrage des Linken-Steuerexperten Richard Pitterle. Aus der Antwort der Bundesregierung zitiert die SZ den Parlamentarischen Staatssekretär im Finanzministerium, Michael Meister. Er gibt zu, dass  "dass es Sachverhalte gibt, in denen einer Person mehrere Steueridentifikationsnummern zugewiesen wurden".

Folge: in falsche Steuerklasse eingestuft

Schlimmer als dieser Fehler ist jedoch der Fall, wenn nicht eine Person zwei Nummern bekommen hat, sondern zwei Personen unter einer Nummer geführt werden. Auch dies sei in etwa 1.300 Fällen geschehen, gibt Meister zu. Dann kann es passieren, dass durch die doppelte Identifikationsnummer  eine falsche Steuerklasse zugeordnet wird und die Angaben steigen.

Die elfstellige Steueridentifikationsnummer setzt sich aus zehn zufällig gebildeten Ziffern zusammen, die keinen Rückschluss auf Daten des Steuerpflichtigen zulassen. Dazu kommt eine Prüfziffer. Die tatsächliche Ausgabe der Ziffernkombination erfolgt über die örtlichen Kommunalverwaltungen. Zuständig ist aber grundsätzlich das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Auf seiner Internetseite informiert es umfassend über die Steueridentifikationsnummer und hat auch eine Hilfe-Funktion mit den wichtigsten Fragen und Antworten parat. Auch die Fälle, dass Daten falsch sein können oder Nummern doppelt vergeben wurden, sind hierbei aufgeführt.

Und so schreibt das Amt: "Sollten Sie Fehler in den gespeicherten Daten entdecken, dann wenden Sie sich bitte an die im Mitteilungsschreiben unter 'Rücksendeadresse' angeführte Behörde." Im Regelfall ist das die zuständige Meldebehörde. Korrekturen der Daten werden dort veranlasst und dem BZSt elektronisch mitgeteilt.

Behörden korrigieren fleißig

In den meisten Fällen ändern Fehler in den persönlichen Daten, die zur Einführung der Steueridentifikationsnummer zum 1. Juli 2007 versandt wurden, allerdings nicht an der Nummer. Diese sollte laut BZSt in den meisten Fällen trotzdem stimmen.

Wurde eine Nummer allerdings doppelt vergeben oder hat eine Person zwei Nummern erhalten, kümmert sich die Meldebehörde um die Korrektur. Laut SZ sind die Behörden bereits fleißig dabei. Zum Stand Anfang Dezember 2013 seien bereits 106.029 falsche Nummern bearbeitet. Gut 14.000 doppelte Fälle würden derzeit noch korrigiert. jtw

Informationen zur Steueridentifikationsnummer bekommen Sie unter bzst.de.

Fragen beantwortet die Behörde hier.