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Urlaub vorbereiten Stressfreier Urlaub: 8 Tipps für Selbstständige

Viele Selbstständige können im Urlaub nicht richtig abschalten, weil sie die Arbeit nicht loslässt. Dabei ist alles eine Frage der Organisation. Mit diesen Tipps gelingt der stressfreie Urlaub.

Vorfreude ist die schönste Freude. Das ist mehr als nur ein Sprichwort, es ist die Wahrheit. Wissenschaftler aus den Niederlanden haben schon vor Jahren nachgewiesen, dass Menschen, die eine Reise vor sich haben, glücklicher sind als jene, die zuhause bleiben. Nach dem Urlaub aber sind alle sehr schnell wieder auf dem gleichen Glückslevel. Es ist also nicht der Urlaub selbst, der uns glücklich macht, sondern der Gedanke an ihn. Das lässt auch den Umkehrschluss zu: Planen Sie Ihren Urlaub so früh wie möglich. Wer spontan in den Flieger steigt, empfindet keine Vorfreude mehr.

Selbstständigen fällt die Urlaubsplanung allerdings besonders schwer. Wer weiß schon, wie die Auftragslage in einem halben Jahr sein wird? Selbstständige in Großbritannien zum Beispiel nehmen durchschnittlich nur 14 Urlaubstage pro Jahr in Anspruch. Das ergab eine Erhebung der Online-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Crunch. Jeder Achte gönnt sich demnach überhaupt keine freie Zeit. In Deutschland dürfte dies - wenngleich uns dazu die harten Zahlen fehlen - ganz ähnlich sein. Doch das muss es nicht. Die besten Tipps für einen entspannten Urlaub.

8 Urlaubs-Tipps für Selbstständige

1. Abends buchen

Psychologie spielt bei der Urlaubsplanung eine erstaunlich große Rolle. US-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die während der Arbeitszeit eine Reise buchen, dazu neigen, bessere Hotels auszuwählen. "Wir glauben, dass das passiert, weil die Leute entweder müde sind und deshalb teurere Sachen kaufen, oder dass ihnen der Urlaub attraktiver erscheint, während sie arbeiten", so Marketingprofessor und Studienautor Ajay Kalra. Aber: Hinterher waren sie mit ihrer Bleibe weniger zufrieden als diejenigen, die nach Feierabend gebucht hatten. Die Schlussfolgerung lautet: Buchen Sie Ihr Hotel nicht im Büro, sondern abends oder am Wochenende.

2. Zeitpunkt wählen

In welche Zeit lege ich meinen Urlaub? Hier gibt es keine Universalregel, schon gar nicht für Selbstständige. Außer vielleicht diese: Fahren Sie dann in Urlaub, wenn Ihr Arbeitspensum erfahrungsgemäß abnimmt. Das ist meist zwischen Weihnachten und Silvester der Fall, außerdem in den Sommerferien. Gerne auch Brückentage nutzen. Selbstständige, die ohne Kinder verreisen, können das natürlich auch außerhalb der großen Ferien tun. Die Hotels sind dann günstiger, die Autobahnen freier.

3. Puffer einbauen

Vom Betrieb nach Hause und von dort direkt zum Flughafen. Lieber nicht! Sinnvoll ist es nach Ansicht von Stressforschern, einen oder zwei freie Tage zuhause zu verbringen, bevor man sich auf die Reise macht. In dieser Zeit schalten Sie mental einen Gang nach unten und starten entspannter in den Urlaub. Das Gleiche gilt für die Rückreise. Einen Tag zwischenschalten, bevor Sie wieder in den Betrieb kommen.

4. Übergabe organisieren

Sofern Sie kein Ein-Mann-Betrieb sind, sollten Sie sich pünktlich um eine Urlaubsvertretung kümmern, die Ihre Aufgaben übernimmt. Außerdem möglichst früh mit der Belegschaft Projekte absprechen, wichtige Nummern und Daten übergeben. Sinnvoll könnte auch sein, dass Sie Rechnungen noch vor Urlaubsbeginn zustellen beziehungsweise begleichen. Ihre Vertretung kann im Übrigen auch als Bindeglied dienen, das Ihnen während des Urlaubs einmal täglich Meldung erstattet - telefonisch, via Skype oder per E-Mail. Zum Beispiel jeden Morgen um 10 Uhr. Eine Urlaubsroutine, die Sicherheit gibt.

5. Projekt starten

Eine beliebte Faustregel lautet: Schließen Sie nach Möglichkeit all Ihre Projekte ab, um sorgenfrei in den Urlaub starten zu können. Sie können aber auch das glatte Gegenteil tun: Starten Sie am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub ein Langzeitprojekt, das Sie schon ewig vor sich hergeschoben haben. Dabei kann es sich beispielsweise um die Planung einer neuen Webseite oder Sponsoring-Kampagne handeln. Das gibt Ihnen ein gutes Gefühl mit auf den Weg.

6. Zeitplan entzerren

Sie können den Urlaub organisieren wie Ihre Arbeit - To-do-Listen und straffe Zeitpläne fürs Sightsseeing inklusive. Empfehlenswert ist das nicht. Eine Bucket List verursacht Stress, setzt einen unter Druck. Und der ist im Urlaub fehl am Platz. Lassen Sie unbedingt Freiräume für die gepflegte Langeweile: Schlafen, faulenzen, sonnen, nichts tun.

7. Handygebrauch einschränken

67 Prozent aller Beschäftigten sind laut einer Bitkom-Umfrage auch im Urlaub erreichbar. Sie antworten auf Kurznachrichten, lesen geschäftliche E-Mails und rufen zurück. "Privat wie beruflich immer online sein zu müssen, ist einer der großen Stressfaktoren unserer Zeit", sagt Psychologin Katja Mierke von der privaten Hochschule Fresenius. Speziell Selbstständige können oder wollen sich nicht völlig von der Außenwelt abschotten, zu groß ist die Angst vor dem Kontrollverlust. Ein Kompromiss könnte sein, das Handy im Urlaub nur eine Stunde pro Tag einzuschalten. In dieser Zeit können Sie Mails checken und auf Notfälle reagieren. Für den Rest des Tages das Smartphone außer Sicht- und Reichweite legen, zum Beispiel in den Hotelsafe.

8. Rückkehr erleichtern

Nach der Rückkehr gilt es zunächst, die größten Brände zu löschen und sich auf den neuesten Stand zu bringen oder bringen zu lassen. Aber Sie können Vorkehrungen treffen. Notieren Sie sich zum Beispiel vor dem Urlaub auf einem Zettel die Top-3-Aufgaben, die Sie nach Ihrer Rückkehr in Angriff nehmen wollen. Das hilft hinterher, den Faden wieder aufzunehmen und Struktur in den Arbeitsalltag zu bringen.

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