Monatelang zeigte der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen negative Werte. Nun entwickeln sich die Geschäftslage und die Erwartungen wieder besser. Das erstreckt sich über mehrere Branchen. Im Baugewerbe bleibt die Stimmung allerdings pessimistisch.

Die Geschäfte laufen besser und so hellt sich auch der Blick in die Zukunft der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen auf. Nach mehreren Monaten, in denen der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex immer einen zunehmenden Pessimismus zeigte, zeigen die Werte für den September 2023 wieder eine Verbesserung. Um ganz 5,5 Punkte ist der Index nun wieder gestiegen.
Und das zeigte sich auch – fast – durchgängig in vielen Branchen, die die Wirtschaftsforscher des ifo Instituts im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo befragt haben. "Fast" bezieht sich auf das Baugewerbe, bei den der Aufwärtstrend schwächer ausfällt als in anderen Branchen wie etwa im verarbeitenden Gewerbe, bei den Dienstleistungen oder im Einzelhandel. So erreichte das Baugewerbe eine Entwicklung von einem Indexwert von -38 im August 2023 zu -37 im September. Im verarbeitenden Gewerbe steigt der Index dagegen um ganze 13 Punkte, bei den Dienstleistungen um rund 2 Punkte und im Einzelhandel um rund 6 Punkte.
Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex: Gesamtwirtschaft weiter zurückhaltend mit Aufträgen
Im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft spüren die kleinen Unternehmen einen Aufwärtstrend, der sich bei den größeren noch nicht abbilden lässt. Denn die Gesamtwirtschaft entwickelt sich vergleichsweise kaum weiter und bleibt weiterhin nach Angaben der Indexherausgeber weiterhin auch sehr zurückhaltend mit Aufträgen an kleinere Unternehmen.
Deshalb warnt Matthias Henze, CEO und Mitgründer von Jimdo, in der Mitteilung zu den neuen Indexwerten davor, jetzt schon von einer wirtschaftlichen Erholung zu sprechen. Die aktuelle Geschäftslage der rund 1.500 befragten Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern zeigt entsprechend einen stärkeren Aufwärtstrend mit einem Plus von gut 8 Punkten als die Erwartungen, die nur ein Plus von rund 3 Punkten aufweisen und damit den leichten Aufwärtstrend des Indexes stützen. Dieser könnte also auch nur eine Momentaufnahme sein.
Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) mahnt deshalb mit Blick auf den neuen Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex, dass die Selbstständigen mehr Unterstützung von Seiten der Politik bräuchten. Statt nur die Start-ups zu fördern, sollten auch die Solo-Selbstständigen und ganz normalen Gründerinnen und Gründer Aufmerksamkeit erhalten. "Auch für sie muss die Regierung eine Strategie entwickeln und Ansprechpartner benennen, die sich fokussiert mit ihren Belangen auseinandersetzen und dafür
sorgen, dass der Koalitionsvertrag umgesetzt wird", fordert er. jtw
