Arbeitslosenzahlen Stillstand auf dem Arbeitsmarkt

2,8 Millionen Arbeitslose, viele offene Stellen: Die Zahl der Arbeitslosen steigt im November leicht an, zugleich sind 431.000 Stellen offen – auch im Handwerk finden viele Betriebe keine Mitarbeiter. Laut Wirtschaftsexperten wird sich jedoch auf dem Arbeitsmarkt erst 2014 wieder etwas bewegen.

Bewegung im Arbeitsmarkt ist laut Experten erst wieder im kommenden Jahr zu erwarten. - © Foto: Bundesagentur für Arbeit

Kaum Bewegung auf dem Arbeitsmarkt: Im November waren 2.806.000 Menschen arbeitslos – 5.000 mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt damit unverändert bei 6,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat haben 55.000 mehr Menschen keine Arbeit. Das teilt die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit.


Trotz der Arbeitslosenzahlen sind viele Unternehmen auf Mitarbeitersuche. Im November waren 431.000 Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Zwar sank der Indikator für die Arbeitskräftenachfrage im Vergleich zum Vormonat um zwei Punkte, doch es gebe eine "anhaltend gute Kräftenachfrage". Dies liege vor allem an den positiven Aussichten für die Wirtschaft. Wegen der wachsenden Beschäftigtenzahl gelinge es Unternehmen schon jetzt nicht immer, zeitnah Mitarbeiter finden, so die BA.

Probleme Stellen zu besetzen


Zum gleichen Ergebnis kommt auch die Strukturumfrage 2013 des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Nur 40 Prozent der suchenden Betriebe konnten ihre offenen Stellen besetzen. "Besondere Probleme hatten die Ausbauhandwerke, das Bauhauptgewerbe und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf", führt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke aus. Angesichts der für 2014 erwarteten Konjunkturbelebung rechnet der ZDH jedoch mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau von 25.000 Mitarbeitern.

Mit Bewegung im derzeit stagnierenden Arbeitsmarkt rechnen Experten trotz wachsendem Konjunktur-Optimismus in vielen Unternehmen aber erst im kommenden Jahr. Bis dahin werde die Arbeitslosigkeit selbst nach Abzug saisonaler Effekte noch einmal leicht zulegen, prognostizierten Konjunkturforscher und Banken-Volkswirte in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die ohnehin schon hohe Winterarbeitslosigkeit könnte damit in diesem Jahr stärker steigen als sonst.

Peters: Mindestlohn könnte Jobaufschwung ausbremsen

Unterschiedlich bewerten derweil Volkswirte die Auswirkungen der von SPD und Unionsparteien vorgesehenen Mindestlohn-Regelung. Während Heiko Peters von der Deutschen Bank davon ausgeht, dass ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro einen Jobaufschwung ausbremsen und zwischen 450.000 und eine Million Arbeitsplätze kosten könnte, beurteilt Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank die Folgen für den Arbeitsmarkt nicht ganz so dramatisch. Wenn, dann würden die Folgen erst längerfristig spürbar. Vieles hänge von der Ausgestaltung der Regelung ab. sch/dpa