Steuer aktuell: Anrufungsauskunft Steuerliche Zweifel: Finanzamt muss Auskunft geben

Bei lohnsteuerlichen Zweifelsfragen, können Arbeitgeber selbst für Rechtssicherheit sorgen und beim Finanzamt eine Anrufungsauskunft nach § 42e EStG beantragen. So funktioniert`s.

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Der Vorteil an der Anrufungsauskunft: Die Auskunft des Finanzamts ist rechtsverbindlich und sie ist im Gegenzug zur verbindlichen Auskunft kostenlos. Sind Sie mit der Aussage des Finanzamts nicht einverstanden, weil der Sachbearbeiter in der Lohnsteuerarbeitgeberstelle den Sachverhalt nicht richtig verstanden hat, können Sie gegen die Anrufungsauskunft Einspruch einlegen und sogar klagen.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber bindend

Der Bundesfinanzhof hat aktuell bestätigt, dass eine Klage gegen die Anrufungsauskunft tatsächlich möglich ist. Die Richter dürfen die Anrufungsauskunft sachlich nur daraufhin prüfen, ob der Sachverhalt zutreffend und die rechtliche Beurteilung des Finanzamts nicht offensichtlich unzutreffend ist (BFH, Urteil v. 27.2.2014, Az. VI R 23/13). Die Anrufungsauskunft des Finanzamts ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber bindend.

Tipp: Haben Sie Fragen zu lohnsteuerlichen Sachverhalten, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Fragen Sie beim Finanzamt nach, wer im Finanzamt für die Beantwortung der Anrufungsauskunft zuständig ist.
  • Reichen Sie die Anrufungsauskunft nach § 42e EStG schriftlich ein und schildern Sie den problematischen Sachverhalt ausführlich und beleuchten Sie die Probleme, die Sie haben.
  • Halten Sie sich an die vom Finanzamt gewährte Auskunft solange sich die Rechtslage nicht geändert hat.

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