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Kassengesetz Steuerliche Kassenführung: Ein Update zur TSE

In den meisten Bundesländern bleibt noch bis Ende März 2021 Zeit, elektronische Kassensysteme mit einer zertifizierten Sicherheitseinrichtung (TSE) aufzurüsten. Was Betriebe beachten müssen, sollten sie bislang noch nicht aktiv geworden sein – und: warum Unternehmer mit einem cloud-basierten TSE-Modul dringend Kontakt zu ihrem Anbieter aufnehmen sollten.

Eigentlich wären Unternehmer bereits seit 1. Januar 2020 dazu verpflichtet, elektronische Kassensysteme mit einer zertifizierten Sicherheitseinrichtung (TSE) aufzurüsten. Das sieht das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen vor. Aufgrund der Corona-Krise wurde zwar mehrmals eine Übergangsfrist zur Aufrüstung gewährt. Diese läuft jedoch in Kürze ab. Zudem müssen Unternehmer aktiv werden, die bereits ein cloud-basiertes TSE-Modul nutzen. Denn dieses Modul war nur bis zum 31. Januar 2021 befristet zertifiziert.

Grundsätze zur Aufrüstung von Kassen mit der TSE

Wegen der Lieferschwierigkeiten der Kassenhersteller aufgrund der Corona-Pandemie hat das Bundesfinanzministerium die Frist zur Aufrüstung elektronischer Kassensysteme bis zum 30. September 2020 verlängert. Gegen den Willen des Bundesfinanzministeriums haben mittlerweile 15 Bundesländer – mit Ausnahme von Bremen – wegen beschlossen, dass es steuerlich unschädlich ist, wenn die Aufrüstung mit der TSE spätestens bis 31. März 2021 erfolgt.

Praxis-Tipp: Aufgrund des neuerlichen Lockdowns ist natürlich zu erwarten, dass viele Unternehmen aufgrund von Betriebsschließungen oder finanzieller Probleme die Aufrüstung ihrer elektronischen Kassensysteme mit der TSE nicht bis zum 31. März 2021 schaffen werden. Derzeit ist aber noch nicht absehbar, ob die einzelnen Bundesländer die Übergangsfrist erneut verlängern.

Empfehlungen für die geplante Aufrüstung mit der TSE

Um steuerlich keine Nachteile zu erleiden, empfiehlt sich hinsichtlich der zwingend erforderlichen Aufrüstung der elektronischen Kassensysteme mit der TSE folgende Vorgehensweise:

  • Sie sollten schnellstmöglich Kontakt zu Ihrem Kassenhersteller aufnehmen und einen Termin für die Aufrüstung bis zum 31. März 2021 vereinbaren.
  • Hat der Kassenaufsteller keinen Termin frei, buchen Sie den nächstmöglichen Termin.
  • Lassen Sie sich entweder schriftlich vom Kassenhersteller bestätigen, dass kein Termin vor dem 1. April 2021 frei war oder bewahren Sie den Schriftverkehr oder die E-Mails auf, aus denen hervorgeht, dass Sie einen Termin zur Aufrüstung bis zum 31. März 2021 beabsichtigt hatten.
  • Diesen Schriftverkehr bewahren Sie auf und legen ihn bei Unstimmigkeiten mit dem Finanzamt vor.

Praxis-Tipp: Kann der Termin zur Aufrüstung der Kassensysteme mit der TSE wegen der Corona-Krise nicht bis zum 31. März 2021 wahrgenommen werden können, sollten dazu unbedingt schriftliche Aufzeichnungen geführt werden (z.B. wegen Betriebsschließung, finanzieller Engpässe, Corona-Erkrankung oder Quarantäne). Gerade eine Verzögerung bei der Umrüstung aufgrund der Corona-Pandemie könnte vor steuerlich negativen Konsequenzen schützen.

Cloud-basierte TSE-Lösungen: Dringend Kontakt zum Kassenhersteller aufnehmen

Unternehmer, die ihre elektronischen Kassensysteme bereits mit der TSE aufgerüstet haben und eine cloud-basierte TSE-Lösung nutzen, sollten schleunigst Kontakt zu ihrem Kassenhersteller aufnehmen. Den steuerlich anerkannt werden nur "zertifizierte" technische Schereinrichtungen. Und die Frist für die Laufzeit der ersten cloud-basierten TSE-Lösung lief am 31. Januar 2021 aus. Das bedeutet im Klartext: Unternehmer, die eine cloud-basierte TSE-Lösung nutzen, sollten sich von Ihrem Kassenhersteller nachweisen lassen, dass die Zertifizierung noch gilt bzw. verlängert wurde.

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