In einer Mitteilung wies das Bundesfinanzministerium am 12. Oktober 2016 darauf hin, dass im Jahr 2017 höhere Grundfreibeträge, ein höheres Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge vorgesehen sind und dass Bundestag und Bundesrat noch zustimmen müssen. Doch handelt es sich hier wirklich um ein Steuergeschenk unserer Regierung? Beim genaueren Hinsehen wohl eher nicht.
Man sollte ja nie Undankbar sein, wenn man etwas geschenkt bekommt. Doch ein Geschenk in Form von Steuerersparnissen zu bekommen, hat meistens einen Haken. Der Haken bei den angekündigten Steuersenkungen und dem höheren Kindergeld ab 2017 ist, dass es sich hier gar nicht um Geschenke handelt, sondern um eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts. Die Bundesregierung verschenkt also nichts, sie muss die Anpassungen vornehmen.
Anhebung des Grundfreibetrags
Der Grundfreibetrag ist die Einkommensgrenze, bis zu der das Finanzamt sich keine Steuern holen kann. Der Grundfreibetrag verändert sich im Vergleich zu 2016 folgendermaßen:
| 2016 | 2017 | |
|---|---|---|
| Grundfreibetrag für Ledige | 8.652 Euro | 8.820 Euro |
| Grundfreibetrag für zusammenveranlagte Ehegatten | 17.304 Euro | 17.640 Euro |
Höheres Kindergeld
Steuerzahler mit Kindern erhalten 2017 jeweils zwei Euro mehr Kindergeld pro Kind.
| 2016 | 2017 | |
|---|---|---|
| Kindergeld für das 1. und 2. Kind jeweils | 190 Euro | 192 Euro |
| Kindergeld für das 3. Kind | 196 Euro | 198 Euro |
| Kindergeld für jedes weitere Kind | 221 Euro | 223 Euro |
Erhöhung des Kinderfreibetrags
Der Kinderfreibetrag steigt 2017 ebenfalls geringfügig an. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung ändert sich nicht.
| 2016 | 2017 | |
|---|---|---|
| Kinderfreibetrag | 4.608 Euro | 4.716 Euro |
| BEA-Freibetrag | 2.640 Euro | 2.640 Euro |
| Freibetrag für Kind gesamt | 7.248 Euro | 7.356 Euro |
Steuertipp: Auch der Ausgleich der "kalten Progression" soll ab 2017 abgemildert werden. Dabei handelt es sich um den lästigen Effekt, dass ein Arbeitnehmer nach einer Gehaltserhöhung wegen der höheren Steuer und wegen der Inflation nicht mehr oder sogar weniger im Geldbeutel hat. dhz
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