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Corona-Krise Steuererleichterung: Verlustrücktrag für Vorauszahlungen 2019

Können Sie dem Finanzamt nachweisen, dass Sie von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich negativ betroffen sind, können Sie Geld vom Finanzamt zurück zu bekommen. Die Finanzämter lassen einen pauschalen Verlustrücktrag von 2020 auf 2019 zu, der unter dem Strich zur Erstattung von 2019 bereits geleisteten Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuervorauszahlungen führt.

Voraussetzungen für den pauschalen Verlustrücktrag

Den pauschalen Verlustrücktrag von 2020 auf 2019 können Unternehmer unter folgenden Voraussetzungen geltend machen (BMF, Schreiben v. 24.4.2020, Az. IV C 8 – S 2225/20/10003:010):

  • Dem Finanzamt muss nachgewiesen werden, dass man unmittelbar und nicht unwesentlich negativ von der Corona-Krise betroffen ist.
  • Im Jahr 2019 würden Vorauszahlungen zur Einkommensteuer oder zur Körperschaftsteuer geleistet.
  • Eine Prognose ergibt, dass wegen der Corona-Krise im Jahr 2020 insgesamt ein Verlust aus dem Handwerksbetrieb erzielt werden wird.
  • Es muss ein schriftlicher Antrag auf pauschalen Verlustrücktrag gestellt werden. Das kann formlos passieren oder über Formulare auf ELSTER.

Praxis-Tipp: Wichtig zu wissen: Der pauschale Verlustrücktrag gilt nicht nur für Einkommensteuervorauszahlungen 2019 und Vorauszahlungen zum Solidaritätszuschlag 2019, sondern auch für 2019 geleistete Körperschaftsteuervorauszahlungen. Eine Erstattung von Gewerbesteuervorauszahlungen 2019 kann es nicht geben, weil es beim Gesetzestext für die Gewerbesteuer keinen Verlustrücktrag vorsieht. Von diesem Grundsatz wird auch in der Corona-Krise keine Ausnahme gemacht.

Ermittlung des pauschalen Verlustrücktrags

Der pauschale ermittelte Verlustrücktrag 2020 beträgt 15 Prozent des Saldos der maßgeblichen Gewinneinkünfte und/oder der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, die bei Festsetzung der Vorauszahlungen 2019 herangezogen wurden.

Der Verlustrücktrag ist bis zu einem Betrag von 1 Million Euro bzw. bei Zusammenveranlagung von 2 Million Euro abzuziehen (§ 10d Abs. 1 Satz 1 EStG).

Beispiel: Unternehmerin Huber hat für ihren Malereibetrieb 2019 einen Gewinn von 200.000 Euro kalkuliert und hat 2019 Vorauszahlungen zur Einkommensteuer in Höhe von 60.000 Euro geleistet. Im Jahr 2020 sind ihr wegen der Corona-Krise viele Aufträge weggebrochen. Sie erwartet 2020 sogar einen Verlust, maximal ein ausgeglichenes Ergebnis.

Folge: Im Rahmen dieser neuen Vorschrift darf Frau Huber einen pauschalen Verlustrücktrag in Höhe von 30.000 Euro – heute und jetzt – geltend machen (200.000 Euro x 15 Prozent). Diese 30.000 Euro zieht das Finanzamt nun von der Bemessungsgrundlage zur Ermittlung der Vorauszahlungen 2019 ab. Da nun nur noch 170.000 Euro Gewinn enthalten sind, kommt es zu einer Erstattung von Einkommensteuervorauszahlungen 2019 in Höhe von 15.000 Euro.

Steuernachzahlung 2019 vorprogrammiert

Reichen Sie eine Einkommensteuererklärung 2019 oder einer Körperschaftsteuererklärung 2019 beim Finanzamt ein und haben für die Vorauszahlungen 2019 vom pauschalen Verlustrücktrag Gebrauch gemacht, kommt es in der Regelung zu einer Steuernachzahlung für 2019. Denn im Steuerbescheid 2019 kann ja noch kein Verlustrücktrag von 2020 stecken, weil Sie ja die Steuererklärung 2020 frühestens 2021 beim Finanzamt einreichen. Doch die Steuernachzahlung 2019 soll bis zum "offiziellen" Verlustrücktrag aus 2020 zinslos gestundet werden.

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