FAQ Steuererklärung Steuererklärung 2021: Diese Fristen gelten

Das Steuerjahr 2021 geht zu Ende und damit steht bereits die nächste Steuererklärung an. Doch wer muss eigentlich zwingend eine Erklärung abgeben? Wer darf beim Ausfüllen helfen? Und werden die Fristen für die Abgabe der Steuererklärung 2021 aufgrund der Corona-Krise verlängert? Antworten auf wichtige Fragen.

Klemmbrett und Sparschwin aus Papier auf weißem Hintergrund.
Für die Steuererklärung 2021 ist mit keiner Verlängerung der Frist für die Abgabe zu rechnen. - © vegefox.com - stock.adobe.com

Das Steuerjahr 2021 neigt sich dem Ende zu und viele Steuerzahler fragen sich: Bis wann muss ich die Steuererklärung einreichen? Und bin ich überhaupt dazu verpflichtet? Wichtige Fragen. Schließlich dürfen steuerlich relevante Belege für 2021 nicht entsorgt werden, wenn eine Pflicht besteht oder aber es Sinn macht, freiwillig eine Erklärung einzureichen. Hier die Antworten auf interessante Fragen rund um die Steuererklärung 2021:

Wer muss eine Steuererklärung 2021 abgeben?

Bei dieser Frage ist zu unterscheiden, ob es sich bei dem Steuerzahler um einen Arbeitnehmer handelt oder um einen Nicht-Arbeitnehmer. Hier die grundlegenden Merkmale, wann das Finanzamt eine Steuererklärung 2021 erwartet:

1. Steuerzahler ist Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber behält Lohnsteuer ein

Arbeitnehmer müssen unter anderem zwingend eine Steuererklärung 2021 beim Finanzamt einreichen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Arbeitnehmer oder sein Ehegatte erzielte 2021 Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterlegen haben (z.B. Einkünfte aus Vermietung oder aus einer selbständigen Tätigkeit als Nebenberufsselbstständiger).
  • Ein Arbeitnehmer hat gleichzeitig mehrere Arbeitgeber, von denen er Gehalt bezogen hat.
  • Der Arbeitnehmer hat beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für 2021 gestellt und der Arbeitgeber behält wegen des vom Finanzamt festgestellten Lohnsteuerfreibetrags weniger Lohnsteuer vom Gehalt ein.
  • Ein Arbeitnehmer ist verheiratet und es wurde die Steuerklassenkombination V, VI gewählt oder Steuerklasse IV mit Faktor.
  • Der Arbeitnehmer oder sein Ehegatte hat im Jahr 2021 Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Elterngeld, Arbeitslosengeld) von mehr als 410 Euro erhalten.
  • Der Arbeitnehmer hat eine Abfindung bekommen oder Gehaltszahlungen für mehrere Jahre und der Arbeitgeber hat diese Zahlungen ermäßigt nach der so genannten Fünftelmethode besteuert.

2. Steuerzahler ist Nicht-Arbeitnehmer (Rentner oder Vermieter)

Hat ein Rentner oder Vermieter oder sein Ehegatte in 2021 keinen Arbeitslohn bezogen, von dem der Arbeitgeber Lohnsteuer abgeführt hat, gilt in puncto Steuererklärung 2021 Folgendes:

Das Finanzamt erwartet hier immer dann eine Steuererklärung 2021, wenn die Einkünfte des Steuerzahlers über dem Grundfreibetrag für 2021 liegen. Das bedeutet: Bei einem Gewinn von mehr als 9.744 Euro sind Nicht-Arbeitnehmer zur Abgabe verpflichtet.

Praxistipp: Haben Sie die Voraussetzungen für die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung 2021 noch nicht erfüllt, können Sie sich leider noch nicht entspannt zurücklehnen. Denn haben Sie Kapitalerträge erzielt, kommt es in Ausnahmefällen zu einer Verpflichtung für die Abgabe. Gemeint sind folgende Sonderfälle:

  • Sie und Ihr Ehegatte haben Zinsen und Dividenden bezogen und haben versehentlich einen zu hohen Freistellungsauftrag bei verschiedenen Banken erteilt. Dadurch sind zu hohe Kapitalerträge unbesteuert geblieben. Die Summe der Beträge in den Freistellungsaufträgen darf nicht höher sein als 801 Euro/1.602 Euro (ledig/Zusammenveranlagung).
  • Sie haben Kapitalerträge erzielt, für die bislang keine Abgeltungsteuer einbehalten und ans Finanzamt abgeführt wurde (z.B. Zinsen aus Privatdarlehen, Kapitalerträge aus Konten im Ausland).

3. Steuerzahler ist Unternehmer

Unternehmer sind stets verpflichtet, eine Steuererklärung 2021 beim Finanzamt einzureichen. Das Finanzamt erwartet eine Einkommensteuer- bzw. eine Körperschaftsteuererklärung sowie eine Gewerbesteuererklärung.

Stellt ein Unternehmer Rechnungen mit Umsatzsteuer aus (= Verzicht auf Kleinunternehmerregelung), ist er stets dazu verpflichtet, eine Umsatzsteuererklärung 2021 beim Finanzamt einzureichen.

Wer muss keine Steuererklärung 2021 abgeben?

Erfüllt ein Steuerzahler die genannten Voraussetzungen zur Abgabe einer Steuererklärung 2021 nicht, bedeutet das, dass es keine Verpflichtung zur Abgabe für ihn gibt.

Das bedeutet aber nicht, dass der Steuerzahler keine Steuererklärung 2021 beim Finanzamt einreichen darf. Wer 2021 Steuern bezahlt hat und meint, dass aufgrund von Werbungskosten, außergewöhnlichen Belastungen oder Sonderausgaben eine Steuererstattung zu erwarten ist, kann freiwillig eine Erklärung beim Finanzamt einreichen.

Praxistipp: Die freiwillige Steuererklärung – insbesondere für Arbeitnehmer – macht tatsächlich Sinn. Nach einer aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamts haben im Jahr 2017 rund 14 Millionen Arbeitgeber eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht. 12,3 Millionen Steuerzahler durften sich über eine durchschnittliche Steuererstattung von 1.051 Euro freuen. Rund zwölf Millionen Arbeitnehmer verzichteten auf die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung und verschenkten damit ihre Steuererstattung.

Welche Besonderheiten gelten für Unternehmer bei der Steuererklärung 2021?

Unternehmer müssen die Steuererklärung 2021 zwingend in elektronischer Form ans Finanzamt übermitteln. Papiersteuererklärungen sind nicht erlaubt.

Praxistipp: Eine Ausnahme besteht nur, wenn ein Unternehmer weder einen PC noch einen Internetanschluss hat und seine Steuererklärung 2021 auch nicht von einem Steuerberater ausfüllen lässt.

Welche Frist gilt für die Steuererklärung 2021? Wird die Abgabefrist erneut verlängert?

Wegen der Corona-Pandemie wurden die Abgabefristen und die Verzinsungsregelungen für Steuernachzahlungen und Steuererstattungen geändert. Die Steuerklärung 2020 musste für steuerlich nicht beratene Steuerzahler am 1. bzw. 2. November 2021 beim Finanzamt eingereicht werden. Wer die Steuererklärung 2020 von einem Steuerberater oder von einem Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lässt, hat sogar Zeit mit der Abgabe seiner Erklärungen 2020 bis Ende Mai 2022.

Für die Steuererklärung 2021 dürfte die automatische Fristverlängerung nicht mehr kommen. Damit sollte für Steuerzahler eine Abgabeverpflichtung bis zum 31. Juli 2022 gelten.

Für die Steuererklärung 2020 wurde die Fristverlängerung damit begründet, dass die Finanzämter wegen der Gewährung von Corona-Steuervergünstigungen (Stundungsanträge und Anträge auf Herabsetzung von Vorauszahlungen) überlastet waren. Das dürfte in den Jahren 2022/2023 nicht mehr der Fall sein, weil es wegen Corona keinen Lockdown mehr geben wird und die Flut von Anträgen ans Finanzamt sich nicht mehr wiederholen wird.

Änderungen 2022, Grafik Abgabefristen Steuererklärung 2021

Welche Frist gilt, wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein mit dem Ausfüllen der Steuererklärung 2021 beauftragt ist?

Normalerweise gilt für Steuerzahler für die Steuererklärung 2021 die Abgabeverpflichtung bis zum 31. Juli 2022. Wer seine Steuererklärung 2021 jedoch von einem Steuerberater oder von einem Lohnsteuerhilfeverein ausfüllen lässt, hat mit der Abgabe Zeit bis Ende Februar 2023.

Kann ich auch einen Fristverlängerungsantrag stellen? Bis wann kann ich die Frist für die Abgabe der Steuererklärung 2021 verlängern?

Sollte es für die Abgabe der Steuererklärung 2021 keine automatische Fristverlängerung mehr geben und ein steuerlich nicht beratener Steuerzahler schafft es nicht, diese pünktlich zum 31. Juli 2022 ans Finanzamt zu übermitteln, sollte unbedingt ein schriftlicher Fristverlängerungsantrag ans Finanzamt gestellt werden.

Mit einer plausiblen Begründung (Krankheit, fehlende Belege, hohe Arbeitsbelastung) dürfte eine Fristverlängerung über den 31. Juli 2022 hinaus bis Ende September 2022 kein Problem sein.

Ich möchte freiwillig eine Steuererklärung 2021 einreichen – muss ich auch eine Frist beachten?

Wer freiwillig eine Steuererklärung 2021 beim Finanzamt einreichen möchte, weil eine Steuererstattung erwartet wird, der kann sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Es gibt zwar auch bei freiwilliger Abgabe eine Frist. Diese liegt jedoch in ferner Zukunft. Konkret: Sie haben für die Abgabe Zeit bis zum 31. Dezember 2025. Die freiwillige Erklärung darf aber keinen Tag zu spät abgegeben werden. Andernfalls wird sie nicht bearbeitet und die Steuererstattung ist dahin.

Wer darf bei der Steuererklärung 2021 helfen?

Beim Ausfüllen der Steuererklärung 2021 dürfen nur Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine helfen. Der Nachbar, Bekannte oder Familienmitglieder dürfen nicht helfen. Findet das Finanzamt heraus, dass ein Unbefugter steuerliche Hilfeleistungen erbracht hat, droht eine Strafe.