Internationale Handwerksmesse ist Innovationsbüro für das Handwerk Steuerbonus für Handwerkerleistungen weiter entwickeln

Klimaschutz und Steuerbonus – das sind die zwei Hauptforderungen des deutschen Handwerks an die Politik. Im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse betonten hochrangige Handwerksvertreter die Wichtigkeit der beiden Forderungen. Von Rudolf Baier, München

Stimmten auf die Internationale Handwerksmesse in München ein: Heinrich Traublinger, BHT-Präsident, GHM-Chef Dieter Dohr und ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke (v.l.). Foto: Schuhmann

Steuerbonus für Handwerkerleistungen weiter entwickeln

Der Klimaschutz kann wichtige Impulse für die Handwerkskonjunktur setzen. Zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung komme dem Gebäudebereich eine maßgebliche Rolle zu, die angesichts der aktuellen, "viel zu niedrigen Sanierungsrate" kaum zu erreichen seien. Das Förderniveau im CO2-Gebäudesanierungsprogramm müsse daher deutlich angehoben und verstetigt werden, forderte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse, die vom 16. bis 22. März in München stattfindet. Dies seien nachhaltige Investitionen, die sich mit mehr Wachstum, mehr Arbeit sowie höheren Steuer- und Beitragseinnahmen für die öffentlichen Haushalte rechneten.

"Wir müssen an allen Schrauben drehen, um die notwendige Erhöhung der Sanierungsrate im Gebäudebestand zu erreichen“, sagte Schwannecke. Hier gehe es neben der Erschließung des großen Bestandes an Mietwohnungen und einer offensiveren Informationspolitik auch um gezielte steuerliche Anreize. Dies könnte etwa durch eine gezielte Weiterentwicklung des Steuerbonus auf Handwerkerleistungen erfolgen.

Dies unterstrich auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Handwerksmessen GHM und ZDH-Vizepräsident, Heinrich Traublinger. Er wandte sich gegen die Behauptung des Bundesrechnungshofes, dass sich der Steuerbonus für Handwerkerleistungen nicht bewährt haben solle und nur Mitnahmeeffekte produziere. Bei dem Steuerbonus ergebe sich ein Selbstfinanzierungseffekt von rund 80 Prozent, wenn lediglich ein Drittel der bisher schwarz ausgeführten Arbeiten wieder legal erledigt werden. "Wir fordern, die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen mit den haushaltsnahen Dienstleistungen gleichzustellen.“

IHM Seismograph für die Handwerkswirtschaft

Dem Handwerk werde dabei von Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon der Rücken gestärkt. Dieser plädiere dafür, für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen einen einheitlichen Höchstbetrag zu schaffen. Traublinger betonte, die Internationale Handwerksmesse sei als Leitmesse für den Wirtschaftszweig Handwerk quasi immer auch ein Seismograph für die Handwerkswirtschaft. Gerade in diesem Jahr dürfte sie als Indikator für den Wirtschaftszweig spannender denn je sein, denn das konjunkturelle Umfeld lasse viel Positives erhoffen.

Messechef Dieter Dohr konnte denn auch von einem Plus an Ausstellungsfläche und an Ausstellern berichten. Die GHM gehe zudem von einem Anwachsen der Besucherzahlen aus. 1.058 Austeller aus 25 Ländern stellen in München ihre Leistungen unter Beweis. Die Handwerksmesse sei das "Innovationsbüro aus dem Handwerk für das Handwerk“, so Dohr. Neu sind Aussteller aus Bulgarien und Südafrika. "Die Messe steht unter sehr, sehr guten Vorzeichen", betonte Dohr. Die Angebote richten sich an Privatverbraucher, Unternehmen und Kommunen.

Neben der führenden Leistungsschau ist die IHM auch die poltische Leitmesse für das Handwerk mit zahlreichen politischen Gipfeltreffen der Handwerkspolitik.