Übersicht Steuer-Termine: 5 wichtige Stichtage für Unternehmer

Bis Ende März gibt es fünf wichtige Steuer-Termine, die selbstständige Handwerker unbedingt auf dem Schirm haben sollten. Hier eine Übersicht.

Im Februar und März 2022 sollten Unternehmer einige Steuer-Termine im Blick behalten. - © Piman Khrutmuang - stock.adobe.com

Antrag auf Dauerfristverlängerung – Stichtag 10. Februar 2022

Sind Sie zur Abgabe von monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldungen verpflichtet und benötigen mehr Zeit für die Ermittlung der Umsätze und der abziehbaren Vorsteuern, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen. Dann muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung immer einen Monat später als gesetzlich vorgeschrieben ans Finanzamt übermittelt werden. Damit das Finanzamt mitspielt, muss bis zum 10. Februar ein Antrag gestellt und eine Sondervorauszahlung geleistet werden.

Praxis-Tipp: Unternehmen, die von der Corona-Pandemie negativ betroffen sind, haben 2020 und 2021 die geleistete Sondervorauszahlung im Rahmen der Dauerfristverlängerungen erstattet bekommen, um ihre finanzielle Liquidität zu steigern. Das ist auch für 2022 geplant, noch fehlt jedoch eine Bestätigung des Bundesfinanzministeriums (BMF).

Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen – Stichtag 15. Februar 2022

Werden Sie den Gewinn 2021 in diesem Jahr ebenfalls erreichen oder wird er, aus welchen Gründen auch immer, im Jahr 2022 voraussichtlich niedriger ausfallen? Sollte er mir großer Wahrscheinlichkeit niedriger ausfallen, sollten Sie frühzeitig einen Antrag auf Herabsetzung der laufenden Gewerbesteuervorauszahlungen 2022 beantragen. Frühzeitig deshalb, weil die Gemeinde bereits am 15. Februar 2022 die Vorauszahlungen für das erste Quartal 2022 abbucht.

Praxis-Tipp: Über den Herabsetzungsantrag entscheidet übrigens in der Regel das Finanzamt. Die Gemeinde bekommt vom Finanzamt als Ergebnis Ihres Antrags einen "Gewerbesteuermessbescheid für Zwecke der Gewerbesteuervorauszahlungen". Können Sie nachweisen, dass Sie von Corona unmittelbar und nicht unwesentlich betroffen sind, muss der Antrag auf Herabsetzung der laufenden Gewerbesteuervorauszahlungen 2022 nicht sehr ausführlich erläutert werden (siehe Erlass hier).

Herabsetzung der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuervorauszahlung – Stichtag 10. März 2022

Fällt der Gewinn 2022 wohl niedriger aus als der Gewinn 2021, sollte beim Finanzamt am besten gleich mit dem Antrag auf Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen ein Antrag auf Herabsetzung der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuerzahlungen für 2022 beantragt werden. Damit das Finanzamt für das erste Quartal 2022 nicht zu hohe Steuern abbucht, sollte der Herabsetzungsantrag weit vor dem 10. März 2022 gestellt werden.

Praxis-Tipp: Auch bei Herabsetzungsanträgen zu den Einkommen- und Körperschaftsteuervorauszahlungen soll das Finanzamt bei Unternehmern, die nachweislich negativ von der Corona-Krise betroffen sind, großzügig zustimmen. Das bedeutet: Selbst ohne detaillierte Nachweise sollen die Vorauszahlungen 2022 auf Antrag herabgesetzt werden (BMF-Schreiben siehe hier).

Antrag auf Teilerlass der Grundsteuer – Stichtag 31. März 2022

Unternehmer und Privatleute, die eine Immobilie vermieten, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Teilerlass der im Jahr 2021 gezahlten Grundsteuer bei der Gemeinde beantragen. 25 Prozent Rückerstattung gibt es, wenn die Mieteinnahmen im Jahr 2021 im Vergleich zu den Vorjahren um mehr als 50 Prozent unverschuldet gesunken sind. Entweder weil der Mieter nicht zahlen konnte oder weil die Immobilie unverschuldet nicht vermietet werden konnte. Die Hälfte der Grundsteuer 2021 wird erstattet, wenn die Miete im Jahr 2021 zu 100 Prozent zurückgegangen ist.

Praxis-Tipp: Der Teilerlass der Grundsteuer 2021 setzt allerdings voraus, dass der Antrag bis spätestens 31. März 2022 bei der Gemeinde gestellt wird.

Auszahlung der Corona-Prämie – Stichtag 31. März 2022

Nur noch bis zum 31. März 2022 haben Sie als Arbeitgeber Gelegenheit, von der Corona-Krise negativ betroffene Mitarbeiter mit einer steuerfreien Corona-Prämie zu unterstützen. Mit der Steuerfreiheit klappt es nur, wenn die Zahlung bis Ende März 2022 geleistet wird, die Zahlungen zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2022 nicht mehr als 1.500 Euro betragen haben und die Zahlungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

Praxis-Tipp: Die Corona-Prämie nach § 3 Nr. 11a EStG in Höhe von bis zu 1.500 Euro darf übrigens auch Minijob-Mitarbeitern ausbezahlt werden. Sie verlieren dadurch nicht den Status als geringfügig Beschäftigte.