Rewe will vorerst keine kompostierbaren Plastiktüten mehr anbieten. Die Supermarktkette reagiert damit auf Kritik der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die das Bio-Image der Tragetaschen anzweifelt.
Ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers sagte, mit dem Schritt wolle das Unternehmen eine Verunsicherung der Kunden über die tatsächliche Umweltverträglichkeit der als "100 Prozent kompostierbar" angepriesenen Tragetaschen verhindern.
Die DUH hatte Rewe und Aldi vorgeworfen die Kunden mit den neuartigen, zu 30 Prozent aus pflanzenbasierten Rohstoffen bestehenden Tüten in die Irre zu führen. Denn auch die angeblich umweltfreundlichen Tüten bestünden hauptsächlich aus Erdöl, würden nicht kompostiert und ließen sich auch nicht recyclen. Die DUH sprach von Verbrauchertäuschung.
Aldi und Rewe widersprachen diesem Vorwurf allerdings entschieden. Der Rewe-Sprecher sagte, das Unternehmen betrachte das Angebot der Tragetaschen wegen das Anteils pflanzlicher Rohstoffe als "einen ersten Schritt, weniger fossile Ressourcen wie Mineralöl einzusetzen". Er warf den Umweltschützern vor, die Öffentlichkeit über die mit den Tüten verbundenen tatsächlichen Umweltziele in die Irre zu führen. dapd