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Steuertipp Statische Berechnungen: Steueranrechnung beschäftigt die Gerichte

Bieten Sie in Ihrem Handwerksbetrieb statische Berechnungen an, profitieren private Kunden, die Ihre Leistungen in ihrem Privathaushalt ausführen lassen, möglicherweise von der Steueranrechnung für Handwerkerleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG. Ob dies steuerlich korrekt ist, beschäftigt derzeit auch die Gerichte.

Vielleicht nutzen die Kunden die Steueranrechnung deshalb, weil zwar das Finanzgericht Baden-Württemberg bereits grünes Licht für die Steueranrechnung gegeben hat (Urteil v. 4.7.2019, Az. 1 K 1384/19). Doch das unterlegene Finanzamt hat beim Bundesfinanzhof die Revision beantragt (BFH, Az. VI R 29/19).

Handwerkerbonus für statische Berechnungen: Verhaltensknigge für Sie und Ihre Kunden

Die Möglichkeit für Ihre Kunden, für statische Berechnungen die 20-prozentige Steueranrechnung in ihrer Einkommensteuererklärung zu beantragen, hat zwei Signalwirkungen:

  • Unternehmer: Schlüsseln Sie die Rechnungen in Arbeitsleistung und Materialkosten auf. Sollte der Bundesfinanzhof grünes Licht für die Steueranrechnung geben, müssten Sie ansonsten zu pauschale Rechnungen anpassen.
  • Kunden: Damit es mit der Steueranrechnung klappt, müssen Kunden eine Rechnung haben und diese unbar begleichen.

Verweigert das Finanzamt Kunden wegen des noch offenen Musterprozesses die Steueranrechnung, müssen diese Einspruch gegen nachteilige Steuerbescheide einlegen und bis zur endgültigen Entscheidung durch den Bundesfinanzhof das Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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