Gesunder Arbeitsalltag Sport am Arbeitsplatz

Von gesunden Mitarbeitern profitiert der Betrieb. Dennoch haben viele Beschäftigte regelmäßig keine Zeit für eine Mittagspause oder keine Möglichkeit, sich gesund zu ernähren. Eine Kunstschmiede im Allgäu zeigt, wie es geht.

Mirabell Schmidt

Margit (li.) und Adolf Neumeier sorgen sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. - © Foto: privat

Nur 48 Prozent der Beschäftigten, also gerade mal jeder zweite, kann laut einer Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse in seinen Arbeitspausen tatsächlich in Ruhe essen. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass eine gesunde Ernährung bei ihrer Arbeit unter anderem aufgrund der Essensauswahl nicht möglich ist. Dabei kann es sich für Betriebe durchaus auszahlen, ihre Mitarbeiter zu einer gesunden Ernährung zu motivieren.

Projekt "gesunder Mitarbeiter"

Das, was viele Beschäftigte und Unternehmen zwar wissen, aber nicht umsetzen, hat die Kunstschmiede Adolf Neumeier in Burgau schon 1997 etabliert. Damals nämlich ist Margit Neumeier als gelernter Hauswirtschaftslehrerin aufgefallen, dass sich ihre Mitarbeiter ungesund ernähren. In den Mittagspausen holten sie Marmeladenbrot und Cola hervor, kein Obst oder Gemüse.

Gemeinsam mit der Innungskrankenkasse IKK riefen die Geschäftsführer Margit und Adolf Neumeier deshalb ein für Handwerksbetriebe einzigartiges Projekt ins Leben. Das Ziel: Bei den Mitarbeitern ein Bewusstsein für gesunde Ernährung schaffen.

Angebote für die Angestellten

Ein bis zwei Mal im Jahr kommt seitdem ein Mitarbeiter der IKK im Betrieb vorbei und hält Schulungen. Dabei geht es um Fragen wie: "was macht dick?" oder "worin stecken Vitamine?" Die Angestellten der Kunstschmiede machen Bewegungsübungen und erfahren, wie sie den Rücken trainieren und während der Arbeit schonen können. Dafür muss Neumeier nicht einmal etwas zahlen.

Den Azubis erklärt die Chefin regelmäßig, was zu einer gesunden Ernährung alles dazugehört. Saisonales Obst, Fruchtsäfte und Müsliriegel sind für jeden Mitarbeiter stets griffbereit – kostenlos versteht sich. Auch eine Orangenpresse haben die Neumeiers angeschafft.

Mitarbeiter sind weniger krank

Wenn sie auf Montage sind, bereitet Margit Neumeier für ihre Mitarbeiter gesunde Pausenbrote vor. Zu 99 Prozent halten sie die halbe Stunde Mittagspause und die 15-minütige Brotzeitpause auch unterwegs ein, darauf achtet Adolf Neumeier. "Für viele ist das zu Beginn natürlich noch Neuland, sie nehmen die Angebote aber schnell an", sagt der Schlossermeister. Schwere Gegenstände lässt der Chef weder Gesellen noch Azubis alleine tragen. "Es bringt mir auch nichts, wenn sich einer abmüht und hinterher vier bis sechs Wochen ausfällt", findet Neumeier.

Dieser Aufwand rechnet sich für den Betrieb. Seit sie so konsequent auf Bewegung und Ernährung achten, sind die Mitarbeiter viel weniger krank. "In 15 Jahren kommen meine Gesellen gerade mal auf zehn bis zwölf Krankheitstage."