Tipps für einen gesunden Arbeitsalltag Qigong in der Mittagspause

Wenn nach spätestens sechs Stunden Arbeit die Konzentration sinkt, ist es Zeit für die Mittagspause. Oder? Eigentlich ja, doch 36 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen legen regelmäßig keine richtige Pause ein. Und das kann Folgen haben.

Mirabell Schmidt

Viele Handwerker haben sind in der Mittagspause unterwegs und greifen zum Fast-Food. - © Foto: Volker Witt/Fotolia

Ein kleiner Snack am Arbeitsplatz, schnell mal eine Currywurst oder ein Besuch bei einer Fastfood-Kette – so sieht das Mittagsessen vieler Arbeitnehmer aus. Als Gründe für die ungesunde Ernährung nennen die meisten Zeitmangel, fehlendes Durchhaltevermögen sich gesund zu ernähren und das Arbeitsumfeld. Bei einer von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage sagte ein Drittel der Befragten, dass eine gesunde Ernährung bei ihrer Arbeit nicht möglich ist. Jeder Zweite gab an, in Arbeitspausen keine Zeit zu haben, um in Ruhe zu essen.

Die Folgen sind vielfältig: Kurzfristig sinken Konzentrationsfähigkeit und Leistungskurve in der Arbeit, da der Blutzuckerspiegel sinkt. Isst man über den Tag verteilt zu wenig, sind Heißhungerattacken am Abend die Folge. Langfristig kann ein solches Ess- und Pausenverhalten zu Übergewicht führen, mit der Gefahr von Begleiterkrankungen, wie Bluthochdruck oder Diabetes. "Man sollte aufpassen, dass man auch mittags etwas isst, um nicht in ein Leistungstief zu fallen", rät Gisela Olias, vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung.

Wenig gesetzliche Vorschriften

Gerade Handwerker, die viel unterwegs sind, nehmen sich meist kaum Zeit zum Mittagessen. Oft muss es reichen, kurz am nächsten Imbiss anzuhalten, und schnell eine Currywurst zu verschlingen. Dass das keine gesunde Mittagspause sein kann, ist klar.

Gesetzlich geregelt ist die Mittagspause in Deutschland nur skizzenhaft. Im Arbeitszeitgesetz heißt es, dass Beschäftigte spätestens nach sechs Stunden Arbeit eine Pause machen müssen. Bei einer Arbeitszeit zwischen sechs und neun Stunden hat jeder Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause, bei mehr als neun Stunden sind es 45 Minuten. Darüber hinaus können Arbeitgeber in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen Regelungen treffen.

Um den Arbeitnehmern eine gesunde Mittagspause zu ermöglichen, hat das Bundeskabinett Ende März einen Entwurf zu einem neuen Gesetz zur Förderung der Prävention verabschiedet. Krankenkassen sollen künftig doppelt so viel für Prävention ausgeben, sechs statt bisher nur drei Euro pro Mitglied. Insgesamt sollen sie dann mit 420 Millionen Euro die gesundheitliche Vorsorge unterstützen.

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Tageslicht ist wichtig

Im Zentrum des Gesetzentwurfes steht dabei die betriebliche Gesundheitsförderung. Bei einer Regierungsbefragung im Bundestag sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr, die Koordinierungsstellen sollten in der Zukunft kleine und mittelständische Unternehmen organisatorisch dabei unterstützen, Projekte zur Gesundheitsvorsorge anzubieten. Wann das Gesetz vom Bundestag verabschiedet wird, ist noch unklar.

Auch wenn die neuen Förderprogramme noch auf sich warten lassen, grundsätzlich gilt: "In der Mittagspause sollte man das Gegenteil von dem tun, was man den ganzen Tag macht", weiß Michaela Hombrecher von der Techniker Krankenkasse. Alle die in geschlossenen Räumen arbeiten, sollten rausgehen, auch wenn das Wetter nicht dazu einlädt. Denn nur Tageslicht veranlasst den Körper Serotonin zu produzieren, ein Hormon, das unter anderem den Appetit reguliert und das seelische Empfinden steuert.

Maurer oder Dachdecker beispielsweise, die sich den ganzen Tag im Freien bewegen, sollten die Mittagspause nutzen, um zur Ruhe zu kommen. Hombrecher: "Auch wenn Handwerker sicherlich erst einmal darüber schmunzeln werden, ist Qigong eine gute Methode, den Blutdruck zu senken." Qigong ist eine chinesische Bewegungsform zur Konzentration und Meditation. Dazu gehören Atem-, Bewegungs- und Konzentrationsübungen. Eine andere Option seien sogenannte "Gedankenreisen", während denen man über schöne Dinge nachdenken sollte, beispielsweise über den nächsten Urlaub.

Gesunde Ernährung in der Mittagspause

Doch es ist nicht nur ausschlaggebend, wie man die Mittagspause verbringt, auch eine gesunde Ernährung ist wichtig. Viele Gerichte "to go", wie Döner, Burger oder Frühlingsrollen beim Asiaten sind meist sehr fetthaltig. Menschen, die viel unterwegs sind, sollten zu gesünderem Fastfood greifen, so Olias: "Im Supermarkt oder Bäckereien gibt es vorgeschnittenes Obst und Gemüse und man kann auch mal zum Geflügeldöner mit viel Salat greifen." Eine weitere Alternative sei es, ein belegtes Vollkornbrot und Gemüse von zu Hause mitzunehmen." Auf jeden Fall sollte man sich aber mindestens eine halbe Stunde für die Mittagspause Zeit nehmen und nicht während dem Arbeiten essen, denn das Sättigungsgefühl setzt erst nach 20 Minuten ein", sagt die Ernährungsexpertin.

Um die Leistungskurve bei der Arbeit hoch zu halten, ist es wichtig, mittags etwas zu sich zu nehmen, und sich nicht nur einmal am Tag den Magen vollzuschlagen. Das hilft außerdem der Figur.