Den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen in Deutschland fehlt es an Aufträgen. Die Nachfrage ist stark zurückgegangen – bei gleichzeitig weiterhin hohen Kosten. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex zeigt deshalb für den Juli 2023 wieder pessimistische Werte.

Sowohl Privatpersonen als auch die größeren Betriebe sind zurückhaltend mit ihren Ausgaben. Immer weniger Aufträge vergeben sie derzeit an kleine Firmen und die Soloselbstständigen in Deutschland. Das lässt sowohl deren aktuelle Geschäftslage schlecht, als auch die Erwartungen auf die kommenden Monate nicht gerade optimistisch aussehen. Da auch die Ausgaben, die die Firmen zu stemmen haben, auf dem hohen Niveau der letzten Monate verharren, zeigt der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im Juli 2023 keine besseren Werte als in den letzten Meldungen.
Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex sinkt im Juli 2023 weiter
Stattdessen melden die Wirtschaftsforscher des ifo Instituts, das den Index im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo erstellt, nun zum vierten Mal in Folge eine Verschlechterung des Geschäftsklimas der Unternehmen in Deutschland mit weniger als neun Mitarbeitern. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex besteht aus den Werten der aktuellen Geschäftslage in Zusammenhang mit den zukünftigen Geschäftserwartungen. Er wird jeden Monat speziell für die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen berechnet. Im Juli lag er bei minus 16,4 Punkten. Die Gesamtwirtschaft liegt im Vergleich dazu bei minus 9,1 Punkten.
Doch im Juli erreichte die Geschäftslage der Selbstständigen mit minus 4,6 Punkten den niedrigsten Wert seit der Erhebung der Daten im August 2021. Und auch bezüglich ihrer Geschäftsaussichten sind die Selbstständigen nach Angaben der neuen Index-Zahlen noch einmal deutlich pessimistischer geworden. Die Erwartungen liegen zudem unter den Werten des Gesamtwirtschaft, die zwar auch ein Minus zeigt, aber nicht im selben Maße wie die kleinen Firmen.
Matthias Henze, CEO und Mitgründer von Jimdo, kommentiert die Entwicklung mit dem Hinweis, dass die sich abschwächende Nachfrage bei gleichzeitig hohen Kosten das Hauptproblem sei. "Diese Situation belastet Selbstständige und Kleinstunternehmen besonders stark, da sie oft nicht über die finanziellen Rücklagen wie Großunternehmen verfügen", teilt er mit.
Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im Juli 2023 zeigt, dass Entlastungen nötig sind
So richtet auch Andreas Lutz, der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD), der ebenfalls an der Veröffentlichung des Indexes beteiligt ist, einen Appell an die Wirtschaftspolitik in Deutschland, die kleinen Unternehmen mit ihren spezifischen Anliegen mehr in den Blick zu nehmen. Er schätzt die aktuelle Entwicklung als "alarmierend" ein und fordert: "Wir brauchen jetzt dringend positive Impulse. Ein erster, wichtiger Schritt könnte die Ernennung eines Regierungsbeauftragten für Solo-Selbstständige sein, der mit den Verbänden an einem Runden Tisch Sofortmaßnahmen erarbeitet und die verschiedenen Ministerien zur Umsetzung der entlastenden Maßnahmen aus dem Koalitionsvertrag bewegt."
Die neuen Zahlen zum Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im Juli 2023 zeigen auch einen Blick auf einige Branchen, die es derzeit besonders schwer haben und um Aufträge kämpfen müssen. "Vor allem im Gastgewerbe, in der Werbung und Marktforschung und bei den Kreativen waren im Juli Einbrüche im Geschäftsklima zu beobachten", heißt es von Seiten des ifo Instituts. jtw
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