Studie Soloselbstständige sind unverzichtbar für die Wirtschaft

Soloselbstständige sind aus deutschen Unternehmen nicht wegzudenken. Sie helfen nicht nur dabei, Auftragsspitzen zu bewältigen, sondern bringen auch wertvolles Wissen ein. Doch der Staat spielt nicht so recht mit – und erkennt das Potenzial allein arbeitender Experten nicht an.

Soloselbstständige können einen zeitlich begrenzten Bedarf fachgerecht abdecken und spielen daher eine wichtige Rolle für andere Unternehmen. - © DANLIN Media GmbH - stock.adobe.com

Ein großer Teil der Unternehmen in Deutschland kann nicht auf Soloselbstständige verzichten. Fast jedes vierte Unternehmen setzt direkt auf sie. Jedes zehnte auf Mitarbeiter von ihnen beauftragter Dienstleistungsunternehmen.

Die wichtigsten Gründe für den Einsatz externer Experten: Sie sind schnell verfügbar, können gezielt einen zeitlich begrenzten Bedarf decken und bringen Wissen mit, das den eigenen Beschäftigten fehlt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln erstellt hat. Hinter der Studie stehen der Bundesverband für selbständige Wissensarbeit, der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) sowie VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Flexibilität sichern

Digitalisierung, demografischer Wandel, Dekarbonisierung und Krisen erforderten Flexibilität von Unternehmen und Verwaltung. "Soloselbstständige und andere externe Experten leisten einen entscheidenden Beitrag bei der Bewältigung dieser Herausforderungen", so VBW Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zu den Ergebnissen der Studie.

Vier von zehn Unternehmen, die Soloselbstständige beauftragen, setzen diese in der IT ein. Bei Angestellten externer Dienstleister sind es drei von zehn. "In den Unternehmen, in denen sie tätig werden, sind in den letzten beiden Jahren mehr moderne Technologien in die Arbeitsabläufe integriert worden als anderswo", führte VGSD-Vorstand Andreas Lutz aus.

Auf Krisen reagieren

Die schnelle Implementierung neuer Technologien sei Voraussetzung, um rasch reagieren zu können und Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern. "Wir Soloselbstständigen können hierzu entscheidend beitragen, man muss uns allerdings auch lassen“, sagte VGSD-Vorstand Lutz.

Zu den größten Hemmnissen für den Einsatz von Soloselbstständigen zählen laut Studie unter anderem rechtliche Unsicherheiten mit einem Anteil von 35 Prozent. Dazu sagte Lutz: "Seit fast zehn Jahren schwebt über hochqualifizierten Soloselbstständigen das Damoklesschwert der Scheinselbstständigkeit. Ihren Auftraggebern drohen hohe Strafen." Diese Unsicherheit erschwere den Einsatz von Soloselbstständigen und führe dazu, dass innovative Projekte immer häufiger im Ausland realisiert würden. "Soloselbstständige und externe Experten sind für die gesamte deutsche Wirtschaft wichtig", sagte Brossardt. "Sie stehen zu Unrecht unter Generalverdacht." str

>>> Hier geht es zum Download der Studie: "Der Einsatz von Solo-Selbstständigen und Angehörigen von Fremdfirmen in deutschen Unternehmen"

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