Die Kritik an den geplanten Kürzungen bei der Solarförderung wird immer lauter. Verärgerte Bürger, Verbände und Initiativen wollen heute gemeinsam gegen die Entscheidung der Bundesregierung protestieren. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BWS-Solar) hat für 13 Uhr zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen.

Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die geplanten Solarkürzungen und wollen auch in Zukunft einen starken Ausbau beim Solarstrom. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des BWS-Solar, der diese Ergebnisse sogleich zum Anlass nahm, zu einer gemeinsamen Demonstration und Großkundgebung in der Hauptstadt aufzurufen. Das Motto lautet "Stoppt den Solar-Ausstieg - Bundesregierung bedroht Energiewende!".
Debatte morgen im Bundestag
Sowohl die Solarbranche , viele Bürger und Betreiber von Photovoltaikanlagen als auch das Handwerk zeigen sich enttäuscht von der Entscheidung der Bundesregierung, die Fördersätze für die Einspeisevergütung von Solarstrom zu drastisch zu reduzieren wie geplant. Die Entscheidung muss zwar noch durch den Bundestag und die Opposition wehrt sich gegen die Pläne. Doch FDP und Union wollen, dass das neue Gesetz schon ab dem 9. März gilt. Die Debatte geht morgen im Bundestag weiter.
Die Zeit ist knapp und umso größer ist auch der erwartete Protest vor dem Brandenburger Tor. Erwartet werden mehr als 10.000 Demonstranten. Als Redner sollen SPD-Chef Sigmar Gabriel, Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin, Linksfraktionschef Gregor Gysi sowie DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel auftreten.
Bürgernahe Energie dringend nötig
Gemeinsam wollen sie Schwarz-Gelb zeigen, wie wenig Rückhalt die Kürzungen in der Bevölkerung haben. Der BSW-Solar wirft der Bundesregierung sogar vor, in dieser Frage den Bürgerwillen komplett zu missachten. "Es gibt eine klare Bürgermehrheit in Deutschland, die sich für sauberen Sonnenstrom ausspricht", betont Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Die Bevölkerung habe erkannt, dass die Energiewende ohne eine bürgernahe Energie wie die Photovoltaik nicht gelingen kann.
Trotz dem großen Zuspruch der Bürger zur Solarenergie , ist die Förderung jedoch dringend notwendig. Schon jetzt, nach den ersten Ankündigungen der Kürzungen, haben viele Hausbesitzer und Investoren in Freiflächenanlagen geplante Aufträge an Betriebe aus dem Elektrohandwerk storniert. Der Zentralverband der E-Handwerke hat deshalb eine Übergangsfrist für Aufträge, die geplant oder noch im Bau sind, gefordert . jtw