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Steuer aktuell So werden Werbeartikel steuerlich behandelt

Geschenkartikel als Werbemaßnahme: Durchaus beliebt, aber Sie sollten dabei unbedingt auch an das Finanzamt denken. Ob der selbständige Handwerker sie als Betriebsausgaben abziehen kann, hängt vom Wert des Geschenks ab.

Fahnen, Fußbälle Trikots: Anlässlich der Fußball-EM in Frankreich im Juni und Juli 2016 bietet es sich an, Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern Werbeartikel zu schenken. Doch so beliebt und effektiv solche Werbemaßnahmen auch sein mögen – selbständige Handwerker sollten ihre Rechnung nicht ohne das Finanzamt machen.

Behandlung von Werbegeschenke an Kunden und Geschäftspartner

Beträgt der Wert eines oder mehrerer Präsente an einen Kunden oder einen Geschäftspartner netto mehr als 35 Euro pro Jahr, dürfen Sie diese Ausgaben nicht als Betriebsausgaben vom Gewinn Ihres Handwerksbetriebs abziehen. Das Finanzamt erstattet die Vorsteuer nicht und erwartet, dass Sie eine Pauschalsteuer von 30 Prozent nach § 37b EStG ans Finanzamt abführen. Mit dieser Pauschalsteuer verhindern Sie, dass das Finanzamt beim Empfänger des Werbegeschenks eine Einnahme in Höhe des Präsentwerts besteuert.

Als Betriebsausgaben können Sie Geschenke an Kunden und Geschäftspartner nur abziehen, wenn der Wert des Präsents pro Jahr und Empfänger netto nicht mehr als 35 Euro beträgt. Voraussetzung für den Betriebsausgabenabzug ist jedoch, dass Sie Listen darüber führen, wer die Empfänger der jeweiligen Geschenke waren.

Handelt es sich bei den Werbegeschenken um so genannte Streuwerbeartikel, das sind Gegenstände wie Caps, Fahnen oder Minifußbälle im Wert bis zu 10 Euro, müssen weder die Empfänger aufgezeichnet werden, noch ist die Pauschalsteuer nach § 37b EStG abzuführen.

Behandlung von Werbegeschenken an Mitarbeiter

Beschenken Sie Mitarbeiter mit Werbegeschenken zur Fußball-EM, handelt es sich bei diesen Ausgaben stets um abziehbare Betriebsausgaben, unabhängig davon wie teuer das Präsent war.

Solange die Sachbezüge an einen Mitarbeiter die 44-Euro-Grenze pro Monat nicht überschreiten, fallen weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben für diesen Sachbezug an. Wird die 44-Euro-Grenze in einem Monat überschritten können Sie vermeiden, dass Lohnsteuer und Sozialabgaben entstehen, indem für bestimmte Präsente die Pauschalsteuer nach § 37b EStG abgeführt wird (OFD Karlsruhe, LSt Aktuell, Ausgaben 2/2015 v. 18.12.2015).

Beispiel: Sie schenken einem Mitarbeiter im Juni sechs Streuwerbeartikel im Wert von jeweils 10 Euro. Führen Sie für Streuwerbeartikel in Höhe von 20 Euro die Pauschalsteuer nach § 37b EStG ab, bleiben die restlichen 40 Euro steuerbefreit (weil die Freigrenze von 44 Euro/Monat für gewährte Sachbezüge nicht überschritten ist).

Tipp: Hat Ihr Mitarbeiter während der EM einen besonderen Anlass zu feiern (z.B. Geburtstag,  Hochzeit, Kommunion der Kinder), dürfen Sie ihm in einem Monat zusätzlich zu den Sachbezügen von maximal 44 Euro sogar Aufmerksamkeiten im Wert von 60 Euro zuwenden. In diesem Monat müssen Sie also bei Sachzuwendungen von bis zu 104 Euro keine Pauschalsteuer abführen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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