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Autos auf den Winter vorbereiten So machen Sie Cabrios und Oldtimer winterfest

Vor dem Winter müssen Cabrios und Oldtimer winterfest gemacht werden. Damit der Wagen auch zum kommenden Saisonstart in einwandfreiem Zustand ist, brauchen die Autos Pflege. Diese Tipps sollten Liebhaber von Cabrios und Oldtimern beachten.

Liebhaberfahrzeuge wie Oldtimer oder Cabrios werden in der Regel nur im Sommer bewegt und müssen vor der kalten Jahreszeit winterfest gemacht werden. Die Zahlen auf den Saisonkennzeichen zeigen: Spätestens Ende Oktober ist Schluss für automobiles Sonnenvergnügen. 2016 waren laut Kraftfahrtbundesamt 2,25 Millionen Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen in Deutschland unterwegs. Ein Plus von 2,7 Prozent zum Vorjahr.

Bevor die Saisonfahrzeuge jedoch über den Winter in den Garagen verschwinden, sollten sie vorher winterfest gemacht werden. Denn: die richtige Pflege hilft, dass Cabrios und Oldtimer, aber auch Youngtimer, auch zu Beginn der neuen Saison optisch und technisch in einem einwandfreien Zustand sind und ohne Probleme anspringen. Neun Tipps für die Pflege vor der kalten Jahreszeit.

Oldtimer richtig waschen

Sauberkeit beugt Rost und Startproblemen vor. Ein "Shampoo" mit Waschkonservierer oder Waschanlagenprogramme mit Wachszusatz sind hier die erste Wahl. Ebenfalls wichtig: Die Reinigung des Unterbodens. Außerdem hilft eine Motorwäsche. Sie hat nicht nur optische Effekte, sondern sorgt für einen problemlosen Start in den Frühling.

Vorsicht bei der Hochdruckwäsche! Nicht zu nahe an Aggregate wie die Lichtmaschine und andere elektrische Komponenten herangehen. Diese könnten dadurch beschädigt werden. Ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern ist nötig. Das gilt auch für die Reifen: "Ein harter Wasserstrahl kann bleibende, aber zunächst nicht sichtbare Schäden anrichten“, sagt Eberhard Lang vom TÜV Süd.

Wie viel Luftfeuchtigkeit in der Garage?

Schmutz zieht Feuchtigkeit und damit Korrosion an. Die Reinigung des Innenraums beugt zudem schlechten Gerüchen vor. Neuere Autos haben einen Pollenfilter für die Zuluft in den Innenraum. "Diesen Einsatz sollte man aus hygienischen Gründen wechseln", empfiehlt Lang. Zusätzliche Fußmatten überwintern am besten außerhalb des Autos. So kann sich unter ihnen keine Feuchtigkeit bilden.

Eine weitere Maßnahme ist sogenanntes Entfeuchter-Granulat. Einen geöffneten Behälter mit in die Garage stellen und das Granulat entzieht der Raumluft die Feuchtigkeit, bis eine gesunde Luftfeuchtigkeit (50 bis 60 Prozent) erreicht wird. Zu trocken sollte es aber auch nicht werden, da sonst Gummis, Leder und Hölzer leiden.

Außerdem sollte der Innenraum gut belüftet sein. Hierfür einfach die Seitenscheiben ein paar Zentimeter geöffnet halten. Für wertvolle Ledersitze gibt es entsprechende Pflegemittel, die das Leder vor Versprödung und Feuchtigkeit schützen.

Oldtimer einlagern

Am besten steht das Sommerauto in einer trockenen und gut belüfteten Garage. Muss das Fahrzeug unter freiem Himmel überwintern, sollte zumindest eine feste, durchgehende Standfläche vorhanden sein. Plätze mit durchbrochenen Formsteinen sind Gift für die Reifen. Sie können die Aufstandsflächen dauerhaft verformen. Zudem schaden Gras und Pflanzenreste bei langem Stehen dem Gummi der Pneus.

Am besten, sollte das Fahrzeug kippsicher aufgebockt werden, damit die Räder entlastet sind, aber noch Kontakt zum Boden haben. Die Federn und Stoßdämpfer sollten noch etwas belastet bleiben. Die Handbremse sollte gelöst werden, der Motor aber später im Leerlauf und mit angezogener Handbremse gestartet werden.

Um das Auto vor Staub zu schützen hilft eine Schicht aus staubdichtem Stoff, am besten Baumwolle. Wer ganz sicher gehen will, schließt für die Dauer der Einlagerung eine Ruheversicherung ab oder überprüft seine Kfz-Versicherung hinsichtlich Ruhephasen.

Schaubild Oldtimer winterfest machen

Ölwechseln vor dem Winterschlaf

Frisches Öl schützt den Motor. Auch wenn das Wechselintervall längst nicht erreicht ist, lohnt sich die Investition und die Erneuerung. "Im Laufe des Betriebs bilden sich Säuren und andere aggressive Stoffe im Öl. Diese greifen Metallteile und Dichtungen an“, sagt Lang. Echte Oldtimer kommen mit dünnen Ölen wie 0W-30 schlecht zurecht und ältere Dichtungsmaterialien leiden oft unter synthetischem Schmierstoff.

Den wiederum benötigt ein aktuelles Cabrio. Wichtig: Unbedingt auf die richtige Sorte achten. Die Kontrolle der Ölstände in Getriebe und Achsantrieb sowie das Auffüllen auf den korrekten Stand mit dem richtigen Öl stellt sicher, dass alle Zahnräder und Lager während des Stillstands optimal geschmiert sind.

Oldtimer richtig pflegen 

Die Suche nach Roststellen an der gesamten Karosserie und die Behandlung sind unerlässlich. Hohlräume und Falze sollten versiegelt werden. Chromteile am Fahrzeug überwintern am besten unter eine Schicht Paraffin oder Schutzwachs. Gummiabdichtungen sollten auch mit Pflegemitteln behandelt werden.

Ein Cabrioverdeck braucht jetzt besonders viel Pflege. Autohersteller verkaufen hierfür spezielle Reiniger und Konservierungsmittel. Bei modernen Synthetik-Dichtungen genügt die Reinigung mit Seifenwasser. Bei Oldtimern mit Gummileisten hilft gewöhnliches Talkum. Ein Stoffverdeck selbst steht in der Garage am besten. Zudem sollte das Verdeck in eine leicht entspannte Position gebracht werden. Hierfür einfach einen Spalt öffnen.

Achtung: Keinesfalls darf es aber über längere Zeit ganz offen sein. Dies kann, durch das zusammenlegen, bleibende Falten und mürbe Stellen erzeugen. Bei den sogenannten Retractable Hardtops (klappbares Dach) sind keine besonderen Maßnahmen nötig.

Was muss aufgefüllt werden?

Für die Reifen ist ein leicht erhöhter Fülldruck gut. 2,5 bis 3 Bar sollten vor dem Abstellen in jedem Reifen sein. Zusätzlich erhöht etwas Talkum an den Außenseiten von Oldtimer-Reifen die Haltbarkeit des Gummis. Außerdem sollte an der Tankstelle vollgetankt werden und ein Ölwechsel vorgenommen werden. Ist viel Luft in Kraftstoffbehältern, kann sich während der Winterpause Kondenswasser bilden. Ein voller Tank dagegen beugt Korrosion und Startschwierigkeiten vor.

Bei Betriebstemperatur sollte geprüft werden, ob noch genug Kühlerfrostschutz vorhanden ist, wenn nicht, auffüllen. Bei Aluminiummotoren jedoch, sollte dieser abgelassen werden, da das Aluminium sonst angegriffen wird. Gegen Kondenswasser im Motor helfen Ansaug- oder Kerzenbohrungen. Die Ansaug- und Auspufföffnungen müssen anschließend mit ölgetränkten Lappen verschlossen werden.

Was muss abgelassen werden?

Am häufigsten vergessen wird hier die Scheibenwaschanlage. Denn: ist kein Wasser mehr drin, kann sie nicht einfrieren. Alternativ sorgt Frostschutz dafür, dass kein Wasser im Behälter oder in den Leitungen einfriert und diese dadurch zerstört. Nach dem Einfüllen die Anlage ein paar Mal betätigen. Dies hilft, dass der Gefrierschutz bis in die Düsen gelangt. Die Scheibenwischer selbst kommen abgeklappt am besten und ohne Verformung oder Festkleben durch den Winter. Die Gummis mit Talkum einreiben. Bei modernen Fahrzeugen ist zum Anheben manchmal die Serviceposition der Wischer nötig. Die Betriebsanleitung erklärt, wie das geht.

Handelt es sich um ein Vergaserfahrzeug, sollte der Vergaser entleert werden.

Autobatterie abklemmen über den Winter

Bei Oldtimern kann die Batterie problemlos abgeklemmt werden. "Bei modernen Autos mit viel Elektronik empfiehlt sich das nicht", weiß Eberhard Lang. Allerdings empfiehlt sich, ob abgeklemmt oder nicht, regelmäßiges Laden der Batterie. Denn: eine leere Batterie kann bei Minustemperaturen einfrieren und so kaputt gehen. Durchaus empfehlenswert sind moderne Ladegeräte, die den Ladezustand automatisch prüfen und nur bei Bedarf tätig werden. Das erspart die lästige Überwachung.

Den Oldtimer auch im Winter bewegen 

Keinem Auto tut es gut, immer an der gleichen Stelle zu stehen. Deshalb sollte alle paar Wochen die Position etwas verändert werden. Hier reichen bereits 30 bis 50 Zentimeter. Das minimale Bewegen vermeidet so genannte Standplatten an den Reifen. Zudem verteilen sich Öl im Achsantrieb oder Fett in Antriebswellen dabei und bauen einen schützenden Schmierfilm auf.

Der Motor von jungen Fahrzeugen darf sogar hin und wieder ein paar Minuten laufen, um die Klimaanlage zu schmieren. Dabei aber sicherstellen, dass die Anlage wirklich eingeschaltet ist. "Sonst kann ein Teil des Kältemittels durch ausgetrocknete Dichtungen entweichen und die Kühlwirkung ist in der nächsten Saison verschwunden", warnt Lang.

Damit Klimaanlage, Verdeck und Innenraum also auch noch im kommenden Jahr funktionieren und gut aussehen, ist es wichtig, Cabrios und Oldtimer vor der kalten Jahreszeit richtig winterfest zu machen. dhz 

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