Für ein erstes kurzes Kennenlernen werden Bewerber immer häufiger zu einem Telefoninterview eingeladen. Obwohl man sein Gegenüber nicht sieht, kann das Gespräch für beide Seiten sehr aufschlussreich sein. Mit welchen Fragen Bewerber rechnen müssen und wie sie sich am besten zu Hause vorbereiten.

Vor einer Zu- oder Absage steht Bewerbern der gesamte Bewerbungsprozess bevor. In kleineren Betrieben kann dies ausschließlich ein Vorstellungsgespräch sein, in größeren Unternehmen sind mehrere persönliche Gespräche nicht selten. Auch ein vorangestelltes Telefoninterview ist möglich. Dies dient in erster Linie als erstes gegenseitiges Abklopfen. Gehalt.de gibt Tipps, was Sie hierbei beachten sollten.
1. Die Ortswahl ist entscheidend
Ein Telefoninterview sollte an einem ruhigen und ungestörten Ort stattfinden. Öffentliche Orte eignen sich weniger als die eigenen vier Wände. Handytöne oder eine Türklingel sind Geräusche, die das Gespräch stören und ablenken.
2. Nicht unter Zeitdruck telefonieren
In der Regel informiert der Personaler vorher darüber, für welchen Zeitraum das Gespräch eingeplant ist. Bewerber sollten dennoch versuchen, den Termin auf freie Tage oder den frühen Abend zu legen, sodass das Gespräch ohne Termindruck und Störfaktoren verlaufen kann.
3. Ein professionelles Gesprächsumfeld schaffen
Für ein Telefoninterview sollten sich Bewerber ein Gesprächsumfeld schaffen, in dem sie konzentriert sprechen können. "Wer ein Telefoninterview bequem vom Sofa oder dem Bett aus führt, wird sich weniger gut verkaufen können", weiß Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de, einem Gehaltsportal für den deutschsprachigen Raum. Auch wenn der Personaler den Bewerber nicht sieht, kann es hilfreich sein, sich für ein Telefoninterview wie für ein persönliches Gespräch zu kleiden.
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4. Standardfragen auch im Telefoninterview
Ein Telefoninterview ist zwar einem persönlichen Vorstellungsgespräch vorangestellt, dennoch sollten Bewerber das Gespräch ernst nehmen und sich entsprechend vorbereiten. Auch in diesem Telefonat können Personaler Standardfragen zur Motivation, zur Vakanz oder zum Unternehmen stellen.
Mit diesen 21 Fragen müssen Sie im Bewerbungsgespräch rechnen
- Warum haben Sie sich beworben?
- Was gefällt Ihnen am besten an unserem Unternehmen?
- An wie vielen Standorten sind wir tätig?
- Wie oder womit verdienen wir unser Geld?
- Wie lautet unser Claim/Slogan?
- Kennen Sie unsere Unternehmensvision?
- Was sind Ihre Stärken? Was Ihre Schwächen?
- Sind Sie ein Häuptling oder ein Indianer?
- Was gefällt Ihnen an Ihrer bisherigen Tätigkeit besonders gut? Was machen Sie nicht so gerne?
- Was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit mit anderen am wichtigsten?
- Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
- Beschreiben Sie, wie Sie sich einen typischen Arbeitstag bei uns vorstellen.
- Auf welche Dinge sind Sie besonders stolz, die Sie in der Vergangenheit geleistet/hergestellt haben?
- Sie beschreiben in Ihrem Lebenslauf einige gute Charaktereigenschaften. Nennen Sie uns doch eine Situation, in der Sie diese unter Beweis stellen konnten.
- Was muss ich über Sie wissen, was nicht in Ihrem Lebenslauf steht?
- Sie haben einen Konflikt mit einem Kollegen. Wie würden Sie damit umgehen?
- Bei Ihrem letzten Arbeitgeber waren Sie nur sehr kurz/Ihre beruflichen Stationen fallen jeweils sehr kurz aus. Woran liegt das?
- Wie würde ein guter Freund von Ihnen Sie beschreiben?
- Welchen Freizeitbeschäftigungen gehen Sie nach, die für uns interessant sein könnten?
- Wie stellen Sie sich Ihren künftigen Echef vor?
- Wovor haben Sie – diesen Job betreffend – am meisten Respekt?
Der Vorteil ist: Bewerber können sich mit Notizen gut vorbereiten und während des Gesprächs spicken. Dennoch sollten sie darauf achten, am Telefon nicht wild am Computer herum zu tippen.
5. Punkten ohne Gestik und Mimik
Gestik und Mimik fallen bei einem Telefoninterview komplett weg, weshalb Bewerber mit Inhalt und Stimme punkten müssen. "Rückmeldesignale sowie ein gutes Timing sind in Telefoninterviews sehr wichtig, damit sich die Gesprächspartner nicht gegenseitig ins Wort fallen", so Bierbach weiter. Geübte Ohren hören zwar oft, wenn der Gesprächsteilnehmer nebenbei etwas anderes macht, doch Bewerber können für ihre Notizen auch eine kurze Schreibpause einfordern.
6. Stabile Telefonleitung
Die Jobanwärter sollten sich für ein Telefoninterview nicht nur inhaltlich vorbereiten. Wer Zuhause nur schlechten Handyempfang hat, für den ist das Festnetz die erste Wahl. Ein voller Akku ist unerlässlich, bei VoiceChat-Gesprächen über das Internet sollten Bewerber vorher zusätzlich die Bandbreite und ihr Mikrofon überprüfen.
7. Das Wichtigste in der Nähe
Wer ein Telefoninterview führt, sollte die wichtigsten Dinge zur Hand haben. Hierzu zählen die vorbereiteten Notizen, leeres Papier und etwas zu schreiben. Nicht zu vergessen ist außerdem ein Glas Wasser. Wer viel spricht, muss zwischendrin auch etwas trinken. dhz
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