Die neue Kompaktauskunft der Schufa jetzt auch für Unternehmen
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Service und Chance
Die Schufa ist bekannt für ihre Datenbank, in der 66 Millionen natürliche Personen gespeichert sind. Das Dienstleistungsangebot der Schufa, die Bonität dieser Personen zu bewerten, wurde jetzt auf Unternehmen ausgeweitet. Tilo Walter, Leiter Business Development der Schufa Business Line, erläutert die Vorteile der neuen Kompaktauskunft für Unternehmer.
DHZ: Was ist neu an der Kompaktauskunft der Schufa?
Tilo Walter: Die Schufa hat eine zweite Datenbank mit den Daten von Unternehmen aufgebaut: alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen wie GmbHs, AGs, OHGs und KGs. Diese Datenbank ist jetzt so weit, dass wir im Juni mit der Kompaktauskunft an den Markt gegangen sind.
DHZ: Was bietet die Kompaktauskunft?
Walter: Es sind zwei Aspekte: Es ist ein Service und es ist eine Chance. Unternehmer haben die Möglichkeit, dass sie selber, wenn sie Finanzbedarf haben, bessere Chancen haben, diesem Begehr schnell Nachdruck zu verleihen, und auf der anderen Seite ist es so, dass sie selber die Bonität ihrer Geschäftspartner prüfen können.
DHZ: Was genau ist die Chance?
Walter: Wenn ein Gewerbebetrieb 30.000 Euro haben will, muss er eine BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung, Anm. d. Red.) einreichen, irgendwelche Kundenlisten etc. und einen Riesenaufwand betreiben und die Bank muss das alles auslesen und analysieren, um dann zu überlegen, ob sie den Kredit vergibt oder nicht. Das heißt, der Aufwand ist relativ groß für den Kreditgeber. Deswegen ist es unsere Erfahrung, dass es für kleine Unternehmen schwieriger ist, an Kredite zu kommen. Wir wollen mit der Kompaktauskunft kleinen Unternehmen dazu verhelfen, schneller an mögliche Kredite zu kommen, indem wir es den Kreditgebern einfacher machen, ein gewisses Mindestmaß an Information schnell und einfach zu beziehen.
DHZ: Und was ist der Service?
Walter: Natürlich brauchen kleine Unternehmen auch selber Auskünfte, denn sie sind ja in derselben Situation, dass sie wiederum die Bonität ihrer Geschäftspartner überprüfen müssen. Und auch dieser Service steht ihnen jetzt zur Verfügung.
DHZ: Worin liegt der Vorteil?
Walter: Wir wollen dahin, dass der Handwerksbetrieb seine Schufa-Bonitätseinschätzung aktiv weitergeben kann. Dazu muss sie sich am Markt durchsetzen. Wir sind sicher, dass wir auf lange Sicht hier ein Zeichen setzen können, das wichtig ist für Handwerksbetriebe und kleinere Unternehmen, wenn sie einen Kredit haben wollen.
DHZ: Was kostet die Abfrage?
Walter: Die Kompaktauskunft kann über das Internet angefragt werden. Sie kostet für Vertragspartner 9,50 Euro. Wenn der Unternehmer auf dem Laufenden bleiben will, kann er bezüglich eines Geschäftspartners ein Monitoring beauftragen, damit er immer mitbekommt, wenn vielleicht Zahlungsprobleme auftreten oder wenn sich andere wichtige Dinge ändern. Das kostet drei Euro im Jahr.
DHZ: Wie können Handwerksunternehmer die Kompaktauskunft nutzen?
Walter: Es gibt zwei Wege: Der eine Weg ist, die Handwerker werden Schufavertragspartner, sie melden sich an und können die Auskünfte beziehen. Das ist mit einer Mindestgebühr von 50 Euro pro Monat verbunden. Demnächst wird es auch einen zweiten Weg geben: das Internetportal www.meineschufa.de. Hier können sich gerade kleine Handwerksunternehmer, die keinen großen Informationsbedarf haben, anmelden. Sie erhalten einen Überblick, was über sie selbst bei der Schufa gespeichert ist, und sie können ab Oktober dann auch Unternehmensauskünfte beziehen. Das kostet eine einmalige Anmeldegebühr von 18,50 Euro.