Viele Ideen sind besser als eine. Um Kunden immer wieder überraschen und begeistern zu können, brauchen Handwerksbetriebe einen ständigen Nachschub an guten, neuen, unverbrauchten Ideen. Wer hierzu auf die Suche nach Produkt- oder Serviceinnovationen geht, sollte systematisch vorgehen.
Schrittschweise zu neuen Ideen
Dazu ist ein systematisches Ideenmanagement notwendig. Beleuchten Sie die zu optimierende Situation bzw. das zu lösende Problem aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aber aus der Sicht des Kunden. Machen Sie dazu Kundenbeobachtungen, Befragungen sowie Interviews mit Mitarbeitern und Externen. Auch Branchenfremde können sinnvolle Beiträge liefern.
Danach müssen Sie eine Zieldefinition festlegen. Wo wollen Sie hin, was soll am Ende des Prozesses erreicht sein? Dies muss deutlich werden, damit die Ideengenerierung eine Richtung bekommt. Gehen Sie dabei von kundenrelevanten, differenzierenden Merkmalen aus: Was können wir für unsere Kunden besser, schneller, einfacher, billiger machen? Formulieren Sie all das schriftlich.
Wichtig ist es hier das Team mit dem Blick auf das zu erreichende Ziel zusammenzustellen. Dazu gehören insbesondere die Mitarbeiter, die von der späteren Umsetzung betroffen sind. Damit minimieren Sie von vorneherein aufkommende Widerstände. Sorgen Sie für Visionäre, Querdenker, Missionare, Macher, Kundenbotschafter und Bedenkenträger im Team ebenso wie für Experten und Laien. Mischen Sie Alt und Jung, Männer und Frauen. Briefen Sie das Team sorgfältig. Ein geschulter Moderator kann helfen, die Prozessschritte zu steuern.
Begeben Sie sich an einen neutralen, störungsfreien, inspirierenden Ort und setzen Sie passende Kreativitätstechniken ein. Sorgen Sie am Anfang für gute Laune und ein Kreativ-Warm-up. Zeiteinheiten von 30 bis 60 Minuten sind optimal. Hören Sie nicht zu früh auf, in dieser Anfangsphase benötigen Sie ein Maximum an Ideen. Speichern Sie alle Ideen.
Benutzen Sie passende Bewertungs- und Selektionstechniken, um die gefundenen Ideen zu verdichten, zu kombinieren und die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies kann ein separates Bewertungsteam tun, dem auch Kunden angehören. Erstellen Sie eine Prioritätenliste, sortieren Sie nach Marktfähigkeit, Machbarkeit, Zeithorizont, Wirtschaftlichkeit und Nichtkopierbarkeit. Dabei kommt es erfahrungsgemäß zu weiteren Ideen. Am Ende dieses Prozesses verbleiben einige wenige aussichtsreiche Favoriten. Geben Sie diesen Namen und definieren Sie das weitere Vorgehen, beispielsweise in Form eines Projekts. Zunächst nicht umsetzbare Vorschläge kommen in eine Ideenbank für den eventuellen späteren Abruf.
Nun müssen Sie dafür sorgen, dass die Ideen auch von allen in Ihrem Team gemeinsam getragen werden. Sorgen Sie zunächst für interne Akzeptanz, vor allem bei den "betroffenen" Mitarbeitern. Dies erfolgt am besten durch Involvieren und frühzeitige, regelmäßige, offene Kommunikation. Stellen Sie die notwendigen Ressourcen bereit. Kommunizieren Sie danach lautstark und aktiv mit dem Markt, insbesondere mit den anvisierten Zielgruppen und mit der Presse. Bringen Sie Ihre Idee bzw. Innovation zügig in den Markt, und zwar zum richtigen Zeitpunkt. Experimentieren Sie und testen Sie Varianten. Lassen Sie die Kunden schließlich entscheiden.
Vergleichen Sie die Ergebnisse mit Ihrer Zieldefinition. Holen Sie sich Feedback vom Kunden und hören Sie dabei auch auf die leisen Töne und die kritischen Hinweise. Optimieren Sie kontinuierlich, das heißt: Beginnen Sie diesen Prozess von vorn.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter kundenfokussierte-unternehmensfuehrung.com und unter anneschueller.de .