Überstunden schaden auch Chefs Schlaganfall, Herzprobleme und Brustkrebs durch zu viel Arbeit

Lange Arbeitswochen sind gerade für Unternehmer im Handwerk keine Ausnahme. Doch wer mehr als 55 Stunden pro Woche arbeitet, schadet seiner Gesundheit, wie jetzt eine Studie erneut bestätigt. Wo die Grenzen liegen und welche Gesundheitsgefahren drohen.

Wer zu viel arbeitet, hat ein deutlich höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. - © colourbox.de

Wer lange arbeitet und dabei viel sitzt, betreibt Raubbau an seiner Gesundheit. Schon jenseits der 40 Stunden pro Woche verschlechtern sich die Ergebnisse, ab 55 Stunden pro Woche steigt die Krankheitsrate auffallend stark an.

Das beweist eine neue Studie der Universität Nanjing in China. Die Forscher untersuchten den Einfluss der Arbeitsstunden und der Bewegung am Arbeitsplatz auf die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Bei dieser Krankheit verhärten die Herzkranzgefäße aufgrund von Ablagerungen (Atherosklerose), was weitere Symptome nach sich ziehen kann: Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die zu Wassereinlagerungen im Körper führt, Atemnot, Herzrhythmusstörungen und auch Herzinfarkt .

Wer länger arbeitet und mehr sitzt, wird eher herzkrank

Knapp 600 Teilnehmer zwischen 24 und 65 Jahren hatten die chinesischen Mediziner untersucht und befragt: 354 von ihnen litten unter KHK. Die Ergebnisse zeigen zwei Stufen: Wer mehr als 55 Stunden die Woche arbeitete, litt besonders häufig unter KHK. Aber schon Teilnehmer, die mehr als 40 Stunden arbeiteten, waren deutlich häufiger krank als die Gruppe derjenigen, die unterhalb der 40-Stunden-Marke blieb.

Wer mehr als 55 Stunden arbeitet, hat ein deutlich höheres Risiko, an koronarer Herzkrankheit zu leiden. - © https://doi.org/10.1371/journal.pone.0185598.t005

Besonders negativ für die Gesundheit ist vieles Sitzen - sel bst dann, wenn die Teilnehmer in ihrer Freizeit Sport trieben, waren sie häufiger krank. Wer sich dagegen bei der Arbeit mehr bewegt, erkrankt seltener.

Brustkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt

Schon früher haben Forscher den Zusammenhang zwischen langer Arbeitszeit und höheren Brustkrebsraten erkannt. Eine Vergleichsstudie, die im British Journal of Cancer veröffentlicht wurde, zeigt: Frauen mit einer Wochenarbeitszeit jenseits der 55 Stunden haben häufiger Brustkrebs als Frauen mit weniger Arbeitsstunden.

Umgekehrt sinkt nach den Ergebnissen dieser Studie das Risiko, an einer Krebsart zu erkranken, wenn man weniger als 35 Stunden die Woche arbeitet.

Noch deutlicher ist der Zusammenhang zwischen der Arbeitszeit und dem Schlaganfallrisiko. Forscher des University College in London werteten hierzu 25 verschiedene Studien aus. Sie verglichen die Daten von mehr als 600.000 Menschen aus Europa, den USA und Australien und setzten deren Wochenstundenzahl in einen Zusammenhang mit Herzerkrankungen und Schlaganfall.

Dreimal höheres Schlaganfallrisiko

Je mehr Wochenstunden die untersuchten Personen arbeiteten, desto höher war ihr Schlaganfallrisiko . In der Gruppe mit einer Wochenarbeitszeit von 40 bis 48 Stunden stieg das Risiko um zehn Prozent. Diejenigen, die zwischen 49 und 54 Stunden arbeiteten, hatten ein Schlaganfallrisiko von 27 Prozent.

Am gefährdetsten erwiesen sich auch hier Menschen mit mehr als 55 Wochenarbeitsstunden: Sie hatten ein bis zu drei mal höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden als Menschen, die eine 40-Stunden-Woche absolvierten.

Weder Geschlecht noch Herkunftsland der untersuchten Personen hatten Auswirkungen auf dieses Ergebnis.

Ehrliche Arbeit macht krank

Mit der Studie zeigen die Wissenschaftler, dass nicht allein Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Alkoholkonsum die Gefahr des Schlaganfalls erhöhen, sondern auch ehrliche Arbeit. Allerdings stellen die Forscher auch einen Zusammenhang her mit den Lebensgewohnheiten. Wer viel arbeitet, sitzt meist überdurchschnittlich viel, leidet unter Stress und trinkt häufig übermäßig Alkohol. bst

Dieser Artikel wurde am 6. November 2017 aktualisiert.