Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar erwartungsgemäß leicht angestiegen, um 302.000 auf 3.082.000 Personen. Dieser Anstieg fiel aber schwächer aus als in den Vorjahren, saisonbereinigt ergab sich ein Minus von 34.000 zum Dezember 2011. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben weiter deutlich zugenommen.
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank Weise, zeigte sich mit den aktuellen Zahlen zufrieden: "Die Arbeitsmarktentwicklung im Januar knüpft an die gute Entwicklung des letzten Jahres an. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hat rein jahreszeitliche Gründe." Die Nachfrage nach Arbeitskräften liege auf hohem Niveau.
Vergleicht man den Januar 2012 mit dem Vorjahresmonat, so nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 264.000 ab. Maßgeblich für den Rückgang ist die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die tendenziell die Chancen erhöht hat, durch Aufnahme einer Beschäftigung die Arbeitslosigkeit zu beenden. Nach Auskunft der Bundesagentur haben der Strukturwandel und die Reformen am Arbeitsmarkt diese Chancen deutlich verbessert.
Mehr als 41 Millionen Erwerbstätige
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, übertraf die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland im Dezember 2011 erneut die 41-Millionen-Marke: 41,4 Millionen Menschen waren als erwerbstätig gemeldet. Die Zahl der Erwerbslosen betrug im Dezember 2011 rund 2,34 Millionen Personen, und damit rund 420.000 weniger als im Dezember 2010.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt nach Angaben der Bundesagentur auf hohem Niveau. Im Januar belief sich der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen aus 452.000, das sind 77.000 mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage steigt in fast allen Bereichen. Besonders gefragt sind zurzeit Fachleute in den Bereichen Mechatronik, Elektro, Energie, Metall, Maschinenbau, Logistik und Gesundheit.
Neue Berechnungsgrundlage: Mehr Langzeitarbeitslose
Im März 2011 wurde die Arbeitslosenstatistik auf eine neue, bessere Datenbasis umgestellt. Damit kann nun auch die Dauer der Arbeitslosigkeit genauer ermittelt werden. Mit der Umstellung auf eine so genannte integrierte statistische Datenbasis werden Verzerrungen durch den Wechsel des Trägers, Datenlieferausfälle und verspätete Arbeitslosmeldungen minimiert, wie die Bundesagentur berichtet. Die bisher berechnete, zu kurze Dauer der Arbeitslosigkeit, die auf der Grundlage von unzureichenden Daten beruhte, wird damit aufgehoben.
Die Umstellung betrifft sowohl die abgeschlossene Dauer der Arbeitslosigkeit (bei Beendigung der Arbeitslosigkeit) als auch die bisherige Dauer der Arbeitslosigkeit (für die am Stichtag arbeitslosen Menschen). Da die Datengrundlage für die Ermittlung der Dauer der Arbeitslosigkeit jetzt vervollständigt wurde, fallen die gemessenen Zeiträume der Arbeitslosigkeit länger aus und die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist größer. Zudem werden jetzt auch die Langzeitarbeitslosen mitgezählt, die in Jobcentern zugelassener kommunaler Träger betreut werden.
Die Bundesagentur für Arbeit betont, die Neuberechnungen würden nicht bedeuten, dass es mehr Langzeitarbeitslose gibt.
Zehn Prozent Plus aufgrund der neuen Daten
Nach der neuen Auswertung waren im Jahr 2011 durchschnittlich 1.056.000 Menschen länger als zwölf Monate arbeitslos. Gegenüber den bisher veröffentlichten Zahlen sind dies 97.000 Personen oder 10 Prozent mehr. Dabei hat die Langzeitarbeitslosigkeit auch auf der neuen Datengrundlage seit 2007 deutlich abgenommen; in der Berechnung der neuen, integrierten Statistik in absoluten und relativen Zahlen sogar etwas stärker.
Die Umsetzung der neuen Auswertung erfolgt erstmals zum Berichtsmonat Januar 2012 und wird rückwirkend bis Januar 2007 revidiert. dhz