Konjunkturstimmung Rettungsanker Kauflaune

Die deutsche Wirtschaft ist zwar knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt, doch nun geht es wieder aufwärts. Der Geschäftsklimaindex steigt.

Geld ausgeben gegen die Rezession: Die Kauflust der Deutschen stützt weiterhin die Konjunktur in Deutschland. - © Foto: Sebastian Wolf/Fotolia

Eurokrise und die schwächelnde Konjunktur der letzten Monate können der Kauflaune der Deutschen nichts anhaben. Die Verbraucher sind derzeit in so guter Stimmung, dass sie damit die Wirtschaftsleistung vor einem Rückgang bewahrt haben. Wie der Konsumklimaindex des Marktforschungsunternehmens GfK für Juni zeigt, wollen sie auch weiterhin kräftig Geld ausgeben. Er kletterte auf 6,5 Punkte, nach 6,2 Zählern im Mai. Dies ist der höchste Wert seit September 2007.

Gute Rahmenbedingungen im Inland

Die positive Verbraucherstimmung registriert auch das Statistische Bundesamt und sieht sie sogar als Rettungsanker für die schwächelnde deutsche Wirtschaft. Denn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2013 preis-, saison- und kalenderbereinigt nur minimal um 0,1 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2012. Positive Impulse seien ausschließlich vom Privatkonsum gekommen.

Die GfK erklärt die Kauflaune der Deutschen mit den guten Rahmenbedingungen im Inland. "Eine auf hohem Niveau befindliche Beschäftigung, gute Tarifabschlüsse sowie eine sinkende Inflation stützen die Stimmung", wertet sie. So verbesserten sich auch die Einkommenserwartungen. Da gleichzeitig die Sparneigung auf einen historischen Tiefstwert sank, sehen die GfK-Experten ihre Einschätzung bestätigt, wonach der Konsum zu einer wichtigen Säule des deutschen Wirtschaftswachstums geworden ist.

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Gleichzeitig mit dem positiven Trend des privaten Konsums steigt auch der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft des Münchner Ifo Instituts. Nach zwei Rückgängen in Folge gaben die befragten Unternehmen an, dass sie mit ihrer aktuellen Geschäftslage deutlich zufriedener sind als im Vormonat. Der Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf bleibt damit unverändert leicht positiv.

Baubranche noch unter Wintereinfluss

© Quelle: ifo
Geschäftsklima

Ganz so positiv sieht es im Bauhauptgewerbe dagegen noch nicht aus. Hier hat der Geschäftsklimaindex erneut etwas nachgegeben. Die Bauunternehmer sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zwar wieder etwas zufriedener als im Vormonat. Der Optimismus hat bei ihnen mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung nach Angabe der Konjunkturexperte aber abgenommen.

Dass die Baubranche durch den strengen Winter immer noch der Entwicklung hinterherhinkt, zeigt auch das Statistische Bundesamt. So stellten viele Unternehmer Investitionen im vergangenen Monat noch zurück. Sowohl in Ausrüstungen (– 10,3 Prozent) als auch in Bauten (– 6,2 Prozent) wurde preisbereinigt deutlich weniger investiert als vor einem Jahr. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Behörde beim öffentlichen Tiefbau. Doch auch der gewerbliche Bau und die Wohnbauten insgesamt wiesen geringere Investitionen auf als im Vergleichsmonat 2012. dhz/dpa