Dank steigender Tariflöhne und abnehmender Inflationsrate klettern im kommenden Jahr die Reallöhne. Damit endet für die Arbeitnehmer eine längere Phase sinkender Gehälter.
Nach mehreren schlechten Jahren sollen die Reallöhne in Deutschland nach Einschätzung von Volkswirten im kommenden Jahr wieder leicht steigen. Die effektiven Stundenlöhne würden 2012 im Schnitt um 2,7 Prozent steigen, sagte Heiko Peters vom wissenschaftlichen Stab des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweise") der „Frankfurter Rundschau“. Bei der erwarteten Preissteigerung von 1,9 Prozent bliebe demnach ein Reallohnzuwachs von 0,8 Prozent. Schon Anfang November hatten die Wirtschaftsweisen in ihrem Herbstgutachten mitgeteilt: Die Löhne steigen stärker als die Inflation.
Lange Durststrecke
Für dieses Jahr erwarten die Wirtschaftsweisen nur eine reale Gehaltssteigerung von durchschnittlich 0,5 Prozent. In den vergangenen Jahren mussten Beschäftigte sogar immer wieder Reallohnverluste hinnehmen. Trotz des Aufschwungs und der Klagen über einen Fachkräftemangel seien die Lohnsteigerungen zuletzt deutlich hinter der Inflation zurückgeblieben, hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" kürzlich unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) berichtet. Demnach sank das monatliche Realeinkommen eines Arbeitnehmers zwischen 2008 und 2010 um 1,5 Prozent, seit 2005 um sieben Prozent. bur