Statistisches Bundesamt Reallöhne sinken erstmals seit 2009

Viele Arbeitnehmer hatten 2013 etwas weniger Geld in der Tasche. Die Reallöhne sind gesunken, obwohl die Tarifabschlüsse deutlich über der Inflation liegen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist allerdings nur noch jeder zweite Arbeitnehmer tarifvertragsgebunden.

Weniger Geld im Portemonnaie: Die Reallöhne sanken im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,2 Prozent. - © Foto: 21051968/Fotolia

Die Inflationsrate war niedrig und die Konjunktur lief auch nicht schlecht. Trotzdem sind die Reallöhne – also die um die Teuerung bereinigten Bruttomonatsverdienste – im vergangenen Jahr erstmals seit dem Krisenjahr 2009 gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken sie im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,2 Prozent.

Als wichtigen Grund nannten die Statistiker, den Rückgang von meist erfolgsabhängigen Sonderzahlungen. Ohne diesen Faktor wären die Reallöhne um 0,2 Prozentpunkte stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Doch es gibt noch weitere Gründe für die rückläufige Entwicklung bei den Löhnen.

Tariflöhne steigen – Zahl der Tarifbeschäftigten sinkt

Nach Berechnungen des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung haben die Tarifbeschäftigten im vergangenen Jahr preisbereinigt zwar erneut mehr Geld auf ihrem Konto gehabt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist aber mittlerweile nur noch jeder zweite Arbeitnehmer tarifvertragsgebunden.

Die Vergütungen der Tarifbeschäftigten stiegen dem Tarifarchiv zufolge 2013 im Schnitt um 2,7 Prozent. Bei einer Inflationsrate von 1,5 Prozent ergab sich demnach ein Plus von 1,2 Prozent.

Die Spannweite der Erhöhungen von Tariflöhnen reichte dabei von 3,5 Prozent in der Energie- und Wasserversorgung, rund 3,0 Prozent im Investitionsgütergewerbe und bis zu 2,3 Prozent im Handel. Insgesamt schlossen die Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes Lohn- und Gehaltstarifverträge für 13,1 Millionen Beschäftigte ab. Deren Laufzeit beträgt im Schnitt 22,8 Monate. Für weitere 4,3 Millionen Beschäftigte traten Lohnerhöhungen in Kraft, die bereits 2012 vereinbart worden waren. dpa/dhz