Der Preiskampf auf dem Automarkt hält an. Die durchschnittlich gebotenen Rabatte stiegen auf bis zu 13,6 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Die Entwicklung zeige, dass der deutsche Automarkt in der Rezession sitze, sagte CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer und handelt sich damit massive Kritik ein.

Der Preiskampf auf dem Automarkt hat im Oktober an Intensität zugelegt. Zwar wurden mit 387 Rabattaktionen 48 weniger als im September gezählt, wie aus einer veröffentlichten Studie des CAR hervorgeht. Die durchschnittlich gebotenen Rabatte stiegen allerdings um 0,7 Punkte auf 13,6 Prozent.
Zusätzlich zu den Aktionen drücken die Händler und Hersteller immer mehr selbst zugelassene Neuwagen in den Markt. Mit mehr als 83.000 Fahrzeugen betrug der Anteil der Eigenzulassungen laut Studie mehr als ein Drittel.
Vor allem Chevrolet lockte demnach mit Preisnachlässen von 29,8 Prozent für das Modell "Spark". Citroën, Seat und BMW folgten mit den höchsten Kundenvorteilen für bestimmte Modelle.
Die größten Rabatte gibt es im Internet
Noch größere Schnäppchen können Autokäufer im Internet machen. Die Internethändler lockten der Studie zufolge für die 30 beliebtesten Neuwagen mit Preisnachlässen von durchschnittlich 19,7 Prozent. Beim Ford Fiesta konnten Kunden bis zu einem Drittel des Listenpreises sparen.
"Im deutschen Automarkt geht ohne Rabatte nichts und mit immer höheren Rabatten immer weniger", zog Dudenhöffer als Fazit. Für ihn sitzt der deutsche Automarkt damit mitten in der Krise. Er ging explizit auf den Volkswagen-Konzern ein, der seine Methoden in der vergangenen Woche scharf kritisiert hatte.
Bei VW sei zu erkennen, dass der Rabattwettbewerb in der Bilanz angekommen sei. "27 Prozent mehr Umsatz und 19 Prozent weniger Gewinn im Vergleich zum Vorjahresmonat ist ein 'deutlicher' Hinweis auf hohe Rabatte", sagte Dudenhöffer.
Volkswagen wies in einer Stellungnahme die Ansicht von Dudenhöffer zurück: "Die Volkswagen Aktiengesellschaft widerspricht Professor Dudenhöffers aktueller Aussage in aller Deutlichkeit. Das Quartals-Ergebnis eines international agierenden Konzerns in seiner Schlussfolgerung auf den von ihm betrachteten Einzelmarkt Deutschland zu reduzieren, ist keine angemessene wirtschaftliche Betrachtung und kann keine ernst gemeinte, wissenschaftliche Aussage eines deutschen Professors sein."
Rabattstudie sei Geschäftsschädigend
Der Autohändler Burkhard Weller hatte Dudenhöffer zuletzt Geschäftsschädigung vorgeworfen. Seiner Ansicht nach nähmen die von Dudenhöffer verbreiteten Angaben zu Rabatten bei Neuwagen ein Ausmaß an, "welches die Branche massiv schädigt, weil Sie Unwahrheiten verbreiten". Dieser Ansicht schloss sich VW ausdrücklich an.
Dudenhöffer verteidigte dagegen seine Rabattstudien. Die von ihm seit sieben Jahren betriebenen Analysen seien "sehr facettenreich" und genauso "trennscharf wie präzise".
Indes sieht der CAR-Leiter schlechte Zeiten auf die Autobranche zukommen. "Der europäischen Autoindustrie stehen mindestens drei schwere Jahre bevor", sagte Dudenhöffer. Mit geschätzten 11,6 Millionen Pkw-Verkäufen erwartet er im Jahr 2013 das schlechteste Verkaufsjahr in Westeuropa seit 1993. dapd/rh