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Steuertipp Prüfungsanordnung: Darf das Finanzamt einen Datenträger fordern?

Meldet sich ein Prüfer des Finanzamts mit einer schriftlichen Prüfungsanordnung für eine Betriebsprüfung in Ihrem Handwerksbetrieb an, befindet sich in dieser Anordnung meist der Hinweis, dass ein Datenträger zum digitalen Datenzugriff vorzulegen ist. Diese Aufforderung wurde nun Gegenstand eines Finanzgerichtsurteils.

Erfassen Sie die Belege Ihres Handwerksbetriebs in einem Datenverarbeitungssystem, hat der Prüfer des Finanzamts das Recht auf Datenzugriff. Der Datenzugriff kommt in drei verschiedenen Versionen in Betracht:

  • Variante 1: Direktzugriff auf das EDV-Buchhaltungssystem.
  • Variante 2: Die Firma muss dem Prüfer einen Datenträger mit den Buchhaltungsdaten zur Verfügung stellen.
  • Variante 3: Der Prüfer entscheidet sich für den Zugriff auf das EDV-Buchhaltungssystem und fordert die Firma auf, zusätzliche Auswertungen vorzunehmen.

Das Finanzgericht München hat zum Datenzugriff entschieden, dass es unverhältnismäßig ist, wenn in der Prüfungsanordnung die Aufforderung zur Vorlage eines Datenträgers enthalten ist und als Grund für die Anforderung lediglich auf die Grundsätze der ordnungsmäßigen Buchführung (GDPdU) verwiesen wird (FG München, Urteil vom 27. Juni 2018; Az. 1 K 2318/17; Revision beim BFH, Az. VIII R 24/18).

Steuertipp: Sie könnten gegen die pauschale Anforderung des Datenträgers in der Prüfungsanordnung Einspruch einlegen. Doch außer den Ärger des Prüfers hervorzurufen, bringt Ihnen der Einspruch nichts. Im Gegenteil: Der Prüfer wird Ihnen einige plausible Gründe für Ihre Vorlagepflicht nennen und bekommt den Datenträger sowieso. Der Einspruch kann dazu führen, dass Sie der Prüfer auf dem Kicker hat. Dass sollte bei einer Prüfung jedoch unbedingt vermieden werden. dhz

Im DHZ Steuerarchiv finden Sie weitere Steuertipps.

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