Branchenspiegel Preisdruck lastet auf dem Autohandel

Die Kfz-Branche leidet unter dem Preisdruck im Handel. Die lange Winterpause hat das Baugewerbe gebremst. Allerdings ist die Lage am Bau unterm Strich gut. Auch die Lebensmittelhandwerke können nicht klagen.

Kfz-Betriebe haben im Winter die Konjunkturdelle zu spüren bekommen. Der Preiskampf auf dem Neuwagenmarkt drückt auf die Stimmung. - © Foto: Gudellaphoto/Fotolia

Ein Überblick über die Konjunkturentwicklung der Handwerksbranchen:

Bauhauptgewerbe

Das Bauhauptgewerbe hat in diesem Winter eine lange Zwangspause einlegen müssen. Rohbauten blieben unvollendet, Straßenschäden konnten nicht repariert werden. Dennoch ist die Branche guter Dinge, denn die Auftragslage ist blendend.

Gemäß der Statistik nahm der Order-Eingang 2012 um knapp sieben Prozent zu, wobei sich das Plus durch alle Bausparten zog. Demzufolge befanden 76 Prozent der Betriebe ihre Lage für gut oder befriedigend. Nur zweimal in den letzten zehn Jahren wurde das Eröffnungsquartal besser beurteilt.

Die Voraussetzungen sind günstig wie selten. Gute Beschäftigungschancen, niedrige Zinsen, steigende Löhne und der Anleger-Trend hin zu Sachwerten schieben den Wohnungsbau an. Für die Nachfrage nach Fabriken, Büros oder Lagerhallen wirken insbesondere billige Kredite stimulierend. Dennoch brach der Auftragseingang in dieser Sparte im Januar ein um 5,7 Prozent auf Jahressicht.

Unter positiven Vorzeichen stand dafür die öffentliche Nachfrage. Ausgehend von einer bescheidenen Basis und mit Rekordsteuereinnahmen im Rücken investieren die Körperschaften wieder mehr.

Die wachsende Zahl neuer Gebäude beflügelt auch den Ausbau. Dementsprechend gut stuften Installateure, Elektriker oder Tischler ihre Lage ein. Vor allem im Bereich der Gebäudetechnik dominiert, aber nicht im Neubau, die Modernisierung. Ihr Anteil liegt bei 80 Prozent. Dabei geht es zumeist um mehr Energieeffizienz. Zunehmende Bedeutung erlangen die dezentrale Energieversorgung Stichwort Kraft-Wärme-Kopplung und die barrierefreie Altbausanierung.

Handwerke für gewerblichen Bedarf

Im Februar hat sich die Bestelltätigkeit in der Industrie auf niedrigem Niveau belebt. Dieses Hoffnungszeichen haben die Handwerke für gewerblichen Bedarf wohl registriert. Derzeit ist der Auftragszufluss aber noch zu dünn, um das Geschäft auszuweiten. Im Winter 2013 verbuchten 36 Prozent der Befragten Order-Einbußen nach 26 Prozent im Vorjahresquartal.

Am besten läuft es bei den Landmaschinentechnikern. Der langjährige Investitionsboom im Agrarsektor beschert ihnen zusätzliche Reparatur- und Wartungsaufträge. Auch die Hersteller von Werkzeugmaschinen können sich der aktuellen Marktschwäche weitgehend entziehen. Sie unterliegen längerfristigen Nachfragezyklen.

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Kraftfahrzeuggewerbe

Die Bilanz des Kraftfahrzeuggewerbes bekam 2012 tiefe Kratzer. Die Umsätze schrumpften um 4,8 Prozent gegenüber 2011. Händler und Hersteller meldeten beinahe jedes dritte Neufahrzeug selbst an. Das hat den Rabattdruck erhöht und das Angebot junger Gebrauchtwagen aufgebläht.

Dem Jahreswechsel folgte der nächste Rückschlag: Die Pkw-Neuzulassungen brachen im ersten Quartal um 13 Prozent gegenüber 2012 ein. Auch der Nutzfahrzeugmarkt tendierte rückläufig (minus 15,6 Prozent). Zudem wechselten weniger "Gebrauchte" den Besitzer. All dies kam in der Geschäftslage zum Ausdruck: 36 Prozent der Firmen stuften sie als unbefriedigend ein, 52 Prozent beklagten sinkende Umsätze. Vor einem Jahr lagen diese Quoten bei 23 und 41 Prozent.

Lebensmittelhandwerke

Acht von zehn Bäckern, Fleischern und Konditoren waren mit dem Geschäftsverlauf zufrieden. Eine überraschend positive Einschätzung, denn immerhin flaute das Kundeninteresse nach Weihnachten gehörig ab.

Obwohl die Woche vor Ostern in den Berichtszeitraum fiel, berichteten 46 von 100 Betrieben von schwächeren Umsätzen. Nach den jüngsten Lebensmittelskandalen hätte eine deutlich bessere Beurteilung niemanden verwundert. Im Allgemeinen essen die Verbraucher dann bewusster und sind eher bereit, höhere Preise für Lebensmittel zu zahlen. Das handwerkliche Angebot hebt sich in puncto Qualität immer stärker von dem der Discounter und Einzelhändler ab. Dabei setzen die Fachbetriebe oft auf transparente Erzeugerketten und kurze Lieferwege.

Gewerbe für privaten Bedarf

Nicht mehr ganz so optimistisch bewerteten die privaten Dienstleister ihre Lage. Zuletzt verzeichneten 77 Prozent gute oder befriedigende Geschäfte – der schwächste Wert seit zwei Jahren. Immerhin konnte jeder vierte Betrieb seine Absatzpreise anheben.

Grundsätzlich kaufen die Deutschen nach wie vor mit großem Elan ein. Laut der GfK hat sich das Konsumklima im Winter auf hohem Niveau stabilisiert. Seitwärts bewegte sich die Geschäftslage im Gesundheitsgewerbe. Übers Jahr gerechnet stagnierte der Index bei 70 Punkten. Insbesondere Augenoptiker haben jedoch allen Grund, zuversichtlich nach vorne zu schauen. So erwartet die Brillenindustrie für 2013 ein deutliches Umsatzplus von vier Prozent. we/los