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Verbot von Plastikgeschirr ab 2021 Plastikverbot in der Eisdiele: "Die Waffel ist sowieso beliebter"

Das EU-Parlament hat Einweggeschirr und -besteck aus Plastik verboten. Ab 2021 trifft das auch Eisbecher und Kunststofflöffel in den Eisdielen. Allerdings sind deren Kunden bei diesem Thema schon länger eher kritisch. Manch eine Eisdiele preist die Vorteile der Eiswaffel sogar selbst an.

"Im Becher oder in der Waffel?" – Es mag Eisdielen geben, in der diese klassische Frage schon überflüssig geworden ist. So hat die Eisdiele Gelatogioia in Freiburg Schilder aufgestellt, auf denen steht: "Liebe Gäste, der Umwelt zuliebe greifen Sie zur Waffel". Ein dezenter Hinweis, der wirkt. Andere – wie die Kult-Eisdiele "Vanille und Marille" in Berlin setzen auf Waffeln aus Schokoteig, die einfach so lecker aussehen, dass man gar nicht darüber nachdenkt, sein Eis nicht darin serviert bekommen zu wollen. Dennoch gibt es auch Eisliebhaber, die den puren Eisgenuss bevorzugen und den Becher wählen.

In Zeiten der Diskussionen über Plastikverbote, über Plastik im Meer, im Ackerboden und in Massen in unseren Mülldeponien hat dieser Becher allerdings ein schlechtes Image bekommen – zumindest dann, wenn er wie in einzelnen Eisdielen noch aus relativ dickem Plastik besteht. Und dann kommt ja auch noch der Einweg-Eislöffel dazu. Folgt man dem, was das Gesetz vorschreibt bzw. plant, ist damit bald Schluss. Das EU-Parlament hat erst kürzlich beschlossen, dass Einweggeschirr und -besteck aus Plastik vom Markt verschwinden muss. Bis 2021 haben die Mitgliedsstaaten Zeit, die Richtlinie umzusetzen.

Kritische Eiskäufer wollen schon lange kein Plastik mehr

Obwohl das Eis im Becher nicht das ist, was die Mehrheit wählt, wird es dieses auch nach 2021 geben. "Schon seit einigen Jahren hat sich bei dem Thema einiges getan. Eisbecher sind vorwiegend aus unbeschichtetem Papier und Löffel aus Maisstärke", sagt Annalisa Carnio, die Sprecherin von Uniteis e.V., dem Verband der handwerklichen Speiseeishersteller. Sie spricht für die Eisdielen, die ihr frisch gemachtes Eis in den Eisdielen und für den Außer-Haus-Verzehr verkaufen. Die Alternativen für die Eisverpackungen seien ein großes Thema auf den Branchenmessen. Außerdem seien die Verbraucher heute auch sehr kritisch geworden und aufgeklärter. "Den Eisdielen ist ihr Image wichtig und schon deshalb setzen sie sich mit solchen Themen auseinander", sagt Carnio.

Sie fügt hinzu, dass das Plastikverbot kaum eine Eisdiele wirklich trifft. "Etwa die Hälfte des Eises wird direkt in der Eisdiele in Glas oder einer Schüssel verzehrt. Außer Haus ist die Waffel sehr beliebt und wer sein Eis schon immer in der Waffel gegessen hat, bleibt auch dabei", sagt sie. Wer jedoch bisher gerne den Becher genommen hat, wird angesichts der aktuellen Auseinandersetzung wohl aber eventuell umsteigen. Vor allem in den größeren Städten sei das deutlich zu spüren. "Die Eisdielen sind gut vorbereitet", sagt die Uniteis-Sprecherin.

Außerdem ist es übrigens auch nicht verboten, seinen eigenen wiederverwendbaren Becher und seinen eigenen Löffel zur Eistheke mitzubringen – ähnlich wie Kaffeebechern, die man sich in Bäckereien mit einem Coffee-to-go auffüllen lässt oder auch der Tupperdose, in die man sich den Einkauf beim Fleischer legen lassen kann. Allerdings bekommt man das Eis dann quasi mit der Kelle in die Schüssel, denn das Geschirr darf aus hygienischen Gründen nicht hinter den Tresen genommen werden.

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