Unternehmerinitiative für Energieeffizienz Plakataktion erinnert an Wahlversprechen

Im Wahlkampf stand das Thema Klimaschutz bei allen Parteien im Programm. Ein Schlüsselbegriff dabei ist die Energieeffizienz. Um die großen Parteien nun in den Koalitionsverhandlungen an ihre Wahlversprechen zu erinnern, hat die Unternehmensinitiative DENEFF eine besondere Plakataktion gestartet. Was dahinter steckt und wie das Handwerk davon profitieren kann.

Plakataktion erinnert an Wahlversprechen
DENEFF-Plakatkampagne am Berliner Hauptbahnhof erinnert Politiker daran, beim Klimaschutz Wort zu halten. - © Annkathrin Paulus (DENEFF e. V.)

"Klimaschutz – wir helfen Wort zu halten" steht auf dem Plakat, das die vier führenden Personen der Parteien zeigt, die nun gerade in Berlin die Koalitionsverhandlungen für eine neue Bundesregierung vorbereiten. Helfen beim Wort halten möchte die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF). Im Rahmen ihrer aktuellen Kampagne "Effizienzrepublik Deutschland" hat sie im Nachgang der Bundestagswahl in der Hauptstadt an prominenten Orten im Regierungsviertel Erinnerungen an die Wahlversprechen plakatiert. Die DENEFF ist ein Zusammenschluss über 190 Unternehmen, vom KMU bis hin zu Großkonzernen, die sich für mehr Energieeffizienz im Gebäudesektor, der Industrie und insgesamt für Klimaschutz und eine entsprechende Politik einsetzen.

Wahlversprechen für mehr Energieeffizienz nicht vergessen

Zwar haben alle Parteien – mehr oder weniger präsent – das Thema Klimaschutz in ihren Wahlprogrammen dargestellt. Die meisten Parteien haben Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz angekündigt. Und keine der großen Parteien hat es versäumt, eine Reform staatlich regulierter Energiepreisbestandteile angehen zu wollen. Sie alle betonen, dass mehr energetische Gebäudesanierung nötig ist. Aber jetzt geht es um die Ausgestaltung und dies muss aus Sicht von Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF, im Sinne einer effizienten Energiewende erfolgen. Die Energieeffizienz müsse in den Fokus rücken statt ausschließlich neuer Technik bzw. dem Wechsel des Energieträgers.

"Wichtig ist dabei, dass nicht nur die Energieversorgung erneuerbar wird, sondern dass auch klimafreundliche Energie zu wertvoll ist, um sie zu verschwenden", teilt Noll auf Anfrage mit. Es brauche jetzt endlich verbindliche Leitplanken auch für die Energieeffizienz. Damit meint er klare Bekenntnisse zur Förderung von Energieeinsparungen und verbindliche Standards. Zudem brauche es im Gebäudebestand einen Fokus auf die energetisch schlechtesten Gebäude. Mit einem ausgewogenen Mix von "Fordern Plus ausreichend Fördern" sollten sie der DENEFF zufolge zügiger modernisiert werden.

Konkrete Maßnahmen statt Wahlversprechen nötig

Christian Noll bringt dabei die Rolle des Handwerks mit in die Diskussion. "Diese Planungssicherheit aus Rechtsrahmen und langfristig gesicherter Förderung braucht ja auch das Handwerk dringend, um Nachwuchs anzuziehen und Kapazitäten aufzubauen." Die DENEFF schlägt unter anderem vor, dass es künftig eine Klima-Afa für der Mittelstand der Industrie geben sollte, damit die Unternehmen Investitionen in mehr Energieeffizienz schneller abschreiben können. Außerdem sieht der Geschäftsführer eine Nutzung von Ausnahmeregelungen für energieintensive Firmen bei den Energiepreisen als Hebel für Klimaschutzinvestitionen an. Und er nennt die Weiterentwicklung von Produktstandards – etwa die der Ökodesignrichtlinie – als wichtig.

Insgesamt bleibt die Aussage gültig, dass die sauberste und auch günstigste Energie die ist, die gar nicht erst verbraucht wird. Deshalb ist nach Angaben der DENEFF effektiver und wirtschaftlicher Klimaschutz ohne eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz nicht zu machen. Durch die Umsetzung der eigenen Vorschläge im Rahmen der Kampagne „Effizienzrepublik Deutschland“ an die Politik verspricht die Unternehmensinitiative in 2030 mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

Mehr Energieeffizienz: Handwerk braucht Planungssicherheit

Doch jetzt geht es nicht vorrangig um dieses Versprechen, sondern um das der künftigen Regierungsparteien in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz. Die Plakate sollen sie an die Bedeutung der Themen erinnern, damit diese in den Koalitionsverhandlungen nicht zu kurz kommen. "Beim Klimaschutz braucht es jetzt endlich Fakten", sagt Christian Noll. Und genau dabei ist das Handwerk unabdingbar.

"Es wird bei Energiewende und Klimaschutz zu einseitig über Technologien und viel zu wenig über die Akteure, die am Markt die Umsetzung der Ziele bewältigen können", erklärt Noll. Er fügt dann aber auch gleich mahnende Worte in Richtung neuer Bundesregierung hinzu. Denn Handwerksbetriebe können zwar durch mehr energetische Sanierungen im Gebäudesektor und auch durch viele andere Energieeffizienzmaßnahmen durch zusätzliche Aufträge und Umsätze profitieren. Aber das gelinge nur, wenn es verlässliche politische Leitplanken gebe. Nur dann "ist für den Markt klar, wo die Reise hingeht, ob sich der Ausbau von Kapazitäten und Personal rechnet."

Die DENEFF plakatiert ihre Mahnungen an die Politik nun erst einmal für einen Monat. "Sie werden aber von Mailings und anderen Maßnahmen unserer Kampagne flankiert – so lange die Verhandlungen dauern", erklärt Christian Noll.