Energie Photovoltaikanlage: Das müssen Sie steuerlich beachten

Haben Sie sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach Ihres Eigenheims installieren lassen und erzielen Vergütungen aus der Einspeisung des Stroms in das Netz eines Energieunternehmens? Falls ja, sind Sie in den Augen des Finanzamts ein gewerblicher Unternehmer und müssen die Einnahmen versteuern.

Geld für Photovoltaikanlage
Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann beim Finanzamt einen Antrag auf fehlende Gewinnerzielungsabsicht stellen. - © Andrey Popov - stock.adobe.com

Das Finanzamt erwartet mit der Steuererklärung eine ausgefüllte Anlage EÜR und eine Umsatzsteuererklärung. Zumindest die Anlage EÜR können Sie sich möglicherweise sparen, wenn Ihre Photovoltaikanlage bestimmte Voraussetzungen erfüllt.

Antrag auf fehlende Gewinnerzielungsabsicht möglich

Das Bundesfinanzministerium hat für Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen die Möglichkeit geschaffen, dass Sie beim Finanzamt auf Antrag von der Abgabe einer Anlage EÜR befreit werden. Und zwar indem Sie erklären, dass Sie keine Gewinnerzielungsabsicht mit dem Betreiben der Photovoltaikanlage haben. Folgen dieses Antrags: Gewinne und Verluste aus der Photovoltaikanlage tauchen im Einkommensteuerbescheid nicht mehr auf (BMF, Schreiben vom 2.6.2021, Az. IV C 6 – S 2240/19/10006:006).

Praxis-Tipp: Steuerlich ganz raus sind Sie aus der Nummer allerdings nicht, wenn es um die Übermittlung von Steuererklärungen für die Photovoltaikanlage geht. Trotz fehlender Gewinnerzielungsabsicht – im Fachjargon auch als „Liebhaberei“ bezeichnet – müssen Sie eine Umsatzsteuererklärungen ans Finanzamt schicken.

Für welche Photovoltaikanlagen gilt diese Vereinfachungsregelung?

Das "Nein" zur Anlage EÜR können Sie für kleine Photovoltaikanlagen beim Finanzamt beantragen. Das sind Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kW, die auf zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken einschließlich Außenanlagen installiert sind und nach dem 31.12.2003 in Betrieb genommen wurden.

Das Finanzamt muss bei Ihrem Antrag also überprüfen, ob ein Ein- oder Zweifamilienhaus zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Dazu gelten folgende Besonderheiten: Ein häusliches Arbeitszimmer im Eigenheim ist für den Antrag auf Befreiung der Einkünfte aus der Anlage bei der Einkommensteuer unschädlich. Dasselbe gilt, wenn Räume des Hauses untervermietet werden und die Einnahmen hieraus pro Jahr 520 Euro nicht übersteigen.

Gilt diese Neuregelung auch für kleine Blockheizkraftwerke?

Die Antwort lautet ja. Auch für vergleichbare Blockheizkraftwerke kann ein Antrag gestellt werden, dass die Gewinnerzielungsabsicht fehlt. Vergleichbare Blockheizkraftwerke sind solche mit einer installierten Leistung von bis zu 2,5 kW. Zudem müssen die übrigen Voraussetzungen erfüllt sein (u.a. Blockheizkraftwerk in einem Ein- oder Zweifamilienhaus, das zu eigenen Wohnzwecken genutzt oder unentgeltlich genutzt wird).

Risiko bei Antragsstellung für die Vergangenheit

Ein steuerliches Risiko ist bei Antragstellung jedoch zu beachten. Wurde dem Finanzamt in den vergangenen Jahren ein Verlust aus dem Betrieb einer kleinen Photovoltaikanlage oder aus einem vergleichbaren Blockheizkraftwerk erklärt, wurde dieser Verlust mit anderen Einkünften steuersparend verrechnet. Wird jetzt ein Antrag gestellt, sucht das Finanzamt in der Vergangenheit, ob es noch änderbare Steuerbescheide gibt. Wenn ja, wird das Finanzamt auch die Verluste in diesen Jahren kippen, was zu Steuernachzahlungen führt.

Praxis-Tipp: Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn, das Thema mit einem Steuerberater zu besprechen. Dieser kann prüfen, ob Nachteile drohen oder ob sich der Antrag auf fehlende Gewinnerzielungsabsicht steuerlich für Sie lohnt.