Neuer hauptamtlicher Chef an der Spitze des mächtigen Handwerksverbands: Die Vollversammlung des ZDH hat den bisherigen Hauptgeschäftsführer von Handwerk BW, Peter Haas, zum Nachfolger von Holger Schwannecke gewählt. Haas wird für eine Million Betriebe sprechen.
Die Vollversammlung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hat Peter Haas, Hauptgeschäftsführer von Handwerk BW, in Berlin zum Nachfolger von Holger Schwannecke gewählt. Er erhielt in geheimer Wahl 99 Prozent der abgegebenen Stimmen. Haas bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Verbandsarbeit mit. Er soll sein Amt als ZDH-Generalsekretär am 1. Juli 2027 antreten.
In seiner kurzen Vorstellungsrede sprach Haas von einer "großen Aufgabe". Er attestierte Schwannecke eine "riesige Reputation" im Handwerk und in der Verbandsszene. Er wolle in der Politik auf Anerkennung für den Mittelstand pochen. "Ich werde parteiisch sein - fürs Handwerk." Neben der Interessensvertretung in der Politik wartet auf Haas die wichtige Aufgabe, die Handwerksorganisation strukturell auf künftige Aufgaben vorzubereiten. Dazu zählt auch, den Einsatz von KI zu fördern und die Digitalisierung von Prozessen voranzutreiben. "Unser Job beim ZDH ist nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland und zunehmend in Brüssel", so Haas. "Verband kommt von Verbünden."
Das Präsidium des ZDH hatte den 56-Jährigen einstimmig als Kandidaten vorgeschlagen. Schwanneckes Amtszeit endet aus Altersgründen.
Rheinländer mit Stationen im Norden und Süden
Peter Haas, geboren 1970 in Krefeld, ist seit März 2021 Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstags (Handwerk BW). Er verfügt über mehr als 22 Jahre Erfahrung in Leitungsfunktionen im Verbands- und Kammerwesen – mit Schwerpunkten in der Wirtschafts- und Mittelstandspolitik, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik.
Vor seiner Zeit bei Handwerk BW war Haas von 2016 bis 2021 Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Südwesttextil in Stuttgart. Davor arbeitete er neun Jahre bei Nordmetall in Hamburg, zunächst als Leiter Kommunikation, ab 2014 als Geschäftsführer für Kommunikation, Mitglieder und Wirtschaftspolitik. Von 2004 bis 2007 leitete er die Kommunikation der Handwerkskammer Hamburg und war Chefredakteur des Mitgliedermagazins "NordHandwerk". Haas studierte Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Universität zu Köln und begann seine berufliche Laufbahn als Redaktionsvolontär und Hörfunk-Redakteur bei Radio NRW.
Schwannecke geht nach 16 Jahren
Haas tritt die Nachfolge von Holger Schwannecke an, der das Amt des Generalsekretärs seit dem 1. Januar 2010 innehatte. Schwannecke war im März 2009 von der damaligen Vollversammlung gewählt worden, nachdem ihn das Präsidium ebenfalls einstimmig als Nachfolger von Hanns-Eberhard Schleyer vorgeschlagen hatte. Schwannecke hat die Geschicke des ZDH damit über 16 Jahre lang an zentraler Stelle mitgeprägt.
Was der ZDH für das Handwerk leistet
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ist der Dachverband der deutschen Handwerksorganisationen. In ihm sind der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT) und der Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH) zusammengeschlossen. Der Verband mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen von rund einer Million Betrieben mit rund sechs Millionen Beschäftigten und mehr als 340.000 Auszubildenden.
Als Spitzenverband der deutschen Wirtschaft bündelt der ZDH die Anliegen des Handwerks gegenüber Bundestag, Bundesregierung, der Europäischen Union und internationalen Organisationen. Zu seinen politischen Kernthemen gehören bessere Standortbedingungen, bezahlbare Energie, Bürokratieabbau sowie die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Der Generalsekretär leitet hauptamtlich die operative Arbeit des Verbandes und ist damit eine der zentralen Figuren der handwerkspolitischen Interessenvertretung in Deutschland.
Oberster Vertreter des deutschen Handwerks ist der ZDH-Präsident. Dieses Ehrenamt hält bereits in zweiter Amtszeit der Dachdeckermeister Jörg Dittrich aus Dresden, Präsident der Handwerkskammer Dresden, inne.

