Rund eine Million Deutsche fahren schon mit einem elektronischen Fahrrad. Ob E-Bike oder Pedelec, nicht nur am Berg erreichen den Fahrer höhere Geschwindigkeit. Damit steigt auch das Unfallrisiko. So können Sie die Sicherheit eines Pedelecs einschätzen.

- Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen hatten im Test der Unfallforschung der Versicherer bessere Bremswerte als Felgenbremsen. Jedoch müssen sehr gute Bremsen auch besonders vorsichtig bedient werden. "Bei zu festem Zupacken blockiert das Vorderrad und man stürzt", erklärt Brockmann.
- Motor: Ein sicheres Fahrgefühl vermitteln Motoren, die ihre Kraft linear zum Treteinsatz abgeben. Die Unfallforscher raten von Nabenmotoren im Vorderrad ab. Wenn der Motor nicht analog zur Tretkraft arbeitet, kann das Vorderrad insbesondere bei Nässe wegrutschen. Daher raten die Unfallforscher zu einem Motor, der in Mittellage zwischen den Pedalen sitzt oder am Hinterrad.
- Rahmen: Die Konstruktion des Rahmens muss mehr aushalten, als bei einem Fahrrad ohne Motorenunterstützung. Die Testergebnisse zu einzelnen Modellen geben Aufschluss über ihre Stabilität. Sicherheitsausstattung: Eine solide Beleuchtung und ein Helm für den Fahrer sollten selbstverständlich sein.
- Fahrgefühl: Eine ausgiebige Probefahrt vor dem Kauf hilft das Pedelec besser kennenzulernen. Vor der ersten Tour sollten weitere Runden in einer sicheren Umgebung gedreht werden, um sich mit dem Fahrgefühl vertraut zu machen.
- Reifendruck: Da Pedelecs besonders schwere Räder sind, muss der Reifendruck regelmäßig überprüft werden.
Trügerische Leichtigkeit bei 25 Stundenkilometern
- Überholen: Das mühelose erreichen von höheren Geschwindigkeiten verleitet Pedelec-Fahrer zu Überholmanövern. Durch die Geschwindigkeitsunterschiede und die geringe Fahrbahnbreite auf Radwegen, drohen schwere Unfallfolgen. "Pedelecfahrer sollten sich nicht durch die neuen Geschwindigkeitsmöglichkeiten verleiten lassen. Es ist eine Binsenweisheit, dass hohe Geschwindigkeiten auch ernste Unfallfolgen bedeuten können", warnt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Auf Youtube zeigt das Video Pedelec gegen Fahrrad den Fall.
- Unerwartete Geschwindigkeiten: Plötzlich sind Senioren viel schneller unterwegs als erwartet. Autofahrer können Fahrradfahrer mit und ohne Motor nur schwer voneinander unterscheiden, daher schätzen sie die Geschwindigkeit besonders an Ausfahrten und Kreuzungen falsch ein. Die Unfallforschung der Versicherer hat die Situation im Video Pedelec gegen Auto simuliert.
- Über 25 Stundenkilometer: Unterstützt der Motor auch Geschwindigkeiten über 25 Stundenkilometer, ist es ein Leichtmofa – mit allen rechtlichen Folgen für die Sicherheit. cg