Studien zum Recruiting Passive Bewerber auf Social Media erreichen

Über soziale Netzwerke wie TikTok lassen sich potenzielle Azubis für das Handwerk finden, die gar nicht aktiv auf Stellensuche sind. Eine Studie zeigt, dass Gendern in Stellenanzeigen für Bewerber nicht besonders wichtig ist.

Über soziale Netzwerke finden Betriebe Mitarbeiter, die nicht aktiv auf Stellensuche sind. - © Julien Eichinger - stock.adobe.com

Unbesetzte Lehrstellen betreffen nicht nur das Handwerk, sondern alle Wirtschaftszweige. Aktuell bleiben von 100 Ausbildungsplätzen 27 unbesetzt, wie die Randstad-Ifo-Personalleiterbefragung für das 1. Quartal 2022 zeigt.

Mit welchen Instrumenten und über welche Plattformen können Betriebe in der angespannten Situation am besten Azubis finden? Laut der Studie sind für 61,7 Prozent der befragten Unternehmen die Kontakte und Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter am wichtigsten.

Denn sie kennen den Betrieb am besten und ihre Meinung wird von Freunden als besonders vertrauenswürdig eingeschätzt. Stark an Bedeutung gewinnen zudem die sozialen Netzwerke.

Im Trend ist dabei die gezielte Suche und Ansprache über Kanäle wie TikTok. Denn auf diesem Weg werden im Gegensatz zu den klassischen Ausschreibungsmedien auch potenziellen Kandidaten angesprochen, die nicht aktiv nach einer Stelle suchen.

Business-Netzwerke wenig relevant, Google bleibt wichtigster Infokanal

Karrierenetzwerke wie LinkedIn und Xing spielen dagegen weniger eine Rolle. Nur 13,1 Prozent der Befragten finden diese Kanäle wichtig. Bei der Azubisuche über Social Media "kommt es vor allem auf Glaubwürdigkeit an. Beherrschen Unternehmen nicht die Sprache und den Stil des Kanals, kann das schnell nach hinten losgehen", sagt Carolin Herbst, Personalbereichsleiterin bei Randstad.

Die aktuelle Studie "Azubi-Recruiting-Trends 2022" von U-form Testsysteme zeigt, dass die Google-­Suche weiterhin der wichtigste Infokanal zu Ausbildungsstellen für junge Bewerber ist. 83 Prozent nutzen die Suchmaschine als erste Anlaufstelle, gefolgt von Karriereseiten. Auch der Rat von Lehrern und Eltern spielt eine wichtige Rolle und landet in der Erhebung noch vor Social Media.

Bei der Stellenanzeige selbst ist es für die Azubis offenbar nicht entscheidend für eine Bewerbung, ob die in der Öffentlichkeit viel diskutierten Genderschreibweisen berücksichtigt werden. Fast die Hälfte der befragten Auszubildenden glaubt nicht, dass eine Ansprache in der männlichen Form ein Hinderungsgrund ist. Nur jeder fünfte Befragte bejaht dies.