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Wenig Budget für Online-Marketing Nur jeder Zehnte beschäftigt sich regelmäßig mit der eigenen Webseite

Kleinunternehmern in Deutschland fehlt häufig noch eine grundlegende Digitalstrategie. Eine Studie mit 1.000 Befragten hat ermittelt, wo noch Nachholbedarf besteht.

Die Auftragsbücher der Kleinunternehmer in Deutschland sind derzeit gut gefüllt. Das führen die meisten Befragten auf ihre gute Arbeit (95 Prozent), Weiterempfehlungen von Bekannten (88 Prozent) und freundliche Mitarbeiter (85 Prozent) zurück. Nur 40 beziehungsweise 39 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Auffindbarkeit im Internet oder ihre Webseite dazu beitragen würden.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Internetanbieters 1&1 unter 1.000 Kleinunternehmern. Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen existieren seit über zehn Jahren und sehen sich als etabliert. Unternehmen mit bis zu drei Mitarbeitern machen den Großteil der Befragten aus. Rund zwei Drittel der Unternehmen geben an, Stammkunden würden einen großen Teil ihrer Kunden ausmachen.

Internet als Chance

Obwohl nur 40 Prozent der befragten Kleinunternehmer angaben, das Internet sei ein Grund für ihren Erfolg, begreifen über die Hälfte das Internet als Chance. 56 Prozent der Befragten erhoffen sich, durch das Internet neue Kunden zu gewinnen. Als weitere Möglichkeiten werden der Onlineshop (35 Prozent) oder die Chance auf mehr Kundenmeinungen (31 Prozent) genannt. Viele Unternehmer sorgen sich aber auch um die Risiken die das Internet birgt, wie zum Beispiel Betrug und die Sicherheit der Daten.

60 Prozent der Befragten betreiben aber trotz der Risiken eine eigene Webseite. Die Aktualität lässt aber oft zu wünschen übrig: Nur jeder Zehnte beschäftigt sich regelmäßig damit. Das Internet wird eher für administrative Tätigkeiten genutzt, wie das Beantworten von Emails, Online Banking und zur Warenbestellung.

Wenig Budget für Marketing

Die Studie von 1&1 beschäftigt sich auch mit den Marketingausgaben der Kleinunternehmen. 60 Prozent der Firmen nehmen sich zwar dieses Themas an, aber fast die Hälfte stellt nur ein Jahresbudget von bis zu 500 Euro bereit. Das wichtigste Ziel: Neukunden gewinnen (73 Prozent). Eine professionelle Homepage wird von jedem zweiten Unternehmer als Online-Marketingmaßnahme genannt. Unterdurchschnittlich repräsentiert ist der Wunsch, im Internet zu werben oder in sozialen Netzwerken präsent zu sein.

Höhere Ausgaben fallen an, wenn Unternehmen ihr Online-Marketing auslagern. 38 Prozent der Befragten gaben an, ihre Homepage extern in Auftrag gegeben zu haben. Online-Werbung haben 16 Prozent der Firmen ausgelagert. Online-Shops werden eher im eigenen Unternehmen gehalten, nur acht Prozent der Shops werden extern betreut.

Mehr Ausgaben für Administration

Leichter tun sich Unternehmen damit, administrative Aufgaben, wie Rechnungsstellung und Gehaltszahlungen außerhalb des Unternehmens bearbeiten zu lassen. Ein Viertel der Kleinunternehmen geben dafür sogar über 5.000 Euro jährlich aus. 50 Prozent dieser Ausgaben fallen für Softwarelösungen an. Über die Hälfte der Befragten lassen die Buchhaltung, knapp 40 Prozent die Gehaltszahlungen durch Dienstleister erledigen.

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